Ein trockener, ungewöhnlich frischer Vertreter seiner Rebsorte, der auf Basalt in 350 Metern Höhe wächst und mit rassiger Säure sowie subtiler Aromatik überrascht.
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Auffällig hell leuchtendes Strohgelb mit zartgrünen Einschlüssen.
Aroma
Ungewöhnlich subtil für die Sorte: zarte Rosenblüte und Rosenwasser im Hintergrund, florale Eleganz, helles und gelbes Kernobst in verschiedenen Reifestufen, dazu heimische Kräuter – frisch geschnitten wie getrocknet – und eine reduktive, geheimnisvolle Note.
Geschmack
Knackig und animierend mit ungewöhnlich hoher Säure bei niedrigem Alkohol (12,0 % Vol.), knackige Nashi-Birne, herbale Frische, viel Finesse und hohe Trinkanimation – das rebsortentypische Duftige zeigt sich erst dezent im Nachhall.
Charakter
Ein typischer Odinstal-Wein, aber ein untypischer Gewürztraminer: ehrlich, herkunftsgeprägt und weit entfernt von den opulenten Stilen aus dem Elsass oder Südtirol – kühl, präzise und spannungsgeladen.
Dazu
Frische Sommerrollen mit Kräutern, asiatische Gerichte mit leichter Schärfe, knackige Salate mit Kernobst.
Besonderheiten
Die Reben stehen seit 2004 auf Basalt in der kühlen Monopollage Wachenheimer Odinstal (350 m ü. NN), wo die Trauben rund 20 Tage später reifen als im Tal. Vinifiziert mit 80 % Ganztraubenverarbeitung, teilweiser Maischegärung und nur minimaler Schwefelzugabe (28 mg/l) – Demeter-zertifiziert und streng biodynamisch bewirtschaftet.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Helles, leuchtendes Strohgelb mit zartgrünen Reflexen – klar und jugendlich frisch im Glas.
Nase
Ein Gewürztraminer, der sich fast versteckt: zunächst herbale Frische und eine kühle, reduktive Note, dann erst – wer sucht, findet – Rosenblüte und Rosenwasser, zart im Hintergrund. Dazu helles und gelbes Kernobst in verschiedenen Reifestufen, frisch geschnittene Kräuter und getrocknete heimische Würze. Ein Duftbild von ungewohnter Subtilität.
Gaumen
Hier zeigt sich die Handschrift der Höhenlage: knackige, hohe Säure bei moderatem Alkohol, dazu Nashi-Birne und eine belebende, kräutrige Frische. Weit entfernt von der opulenten Frucht des Elsass oder Südtirols – stattdessen Finesse, Spannung und ein Mundgefühl, das den Speichelfluss kräftig in Gang setzt. Die Rebsorte meldet sich erst im Nachhall, duftig und charmant, aber auf die leiseste denkbare Weise.
Abgang
Kühl, präzise und erfrischend – die Säure trägt lange, die Kräuternoten bleiben. Ein Abgang, der eher an einen straffen Riesling denken lässt als an einen klassischen Traminer.
Terroir & Herkunft
Die Reben wurzeln auf Basalt in der Monopollage Wachenheimer Odinstal, 350 Meter über dem Rheintal – eine von zehn Hektar Mischwald umschlossene Mulde, in der die Trauben rund drei Wochen später reifen als im Tal. Diese verlängerte Vegetationszeit schenkt dem Wein seine kühle Frische und Spannung. Das Weingut arbeitet seit 2013 Demeter-zertifiziert biodynamisch; der vulkanische Basaltboden vom nahen Pechsteinkopf verleiht Tiefe und eine rauchige Mineralität.
Rebsorte & Vinifikation
Gewürztraminer aus 2004 gepflanzten Rebstöcken. Gelesen Mitte September, zu 80 Prozent als Ganztrauben abgepresst, das restliche Fünftel auf der Maische vergoren. Alkoholische und malolaktische Gärung laufen nacheinander im Edelstahltank ab; der Schwefel wurde bei niedrigen 28 mg/l eingestellt. Das Ergebnis: ein trockener Traminer mit nur 12,0 % Vol., der die kühle Höhenlage ungefiltert ins Glas bringt.
Speiseempfehlungen
Die hohe Säure und die kräutrige Frische machen diesen Wein zu einem vielseitigen Essenswein: asiatische Gerichte mit Zitronengras und Koriander, Thai-Curry mit Gemüse, Sushi und Sashimi, aber auch gegrillter Spargel oder Ziegenfrischkäse auf Kräutersalat finden in ihm einen präzisen Gegenpart.
Besonderheiten
Ein Gewürztraminer wider die Erwartung: Wo die Rebsorte sonst mit Litschi-Opulenz und Rosenöl-Fülle protzt, zeigt sie sich hier kühl, herbal und säurebetont – ein Wein, der seine Herkunft auf 350 Metern Höhe deutlicher spricht als seine Rebsorte. Für alle, die Traminer bisher zu laut fanden, ist dieser Wein die leiseste und spannendste Antwort.