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Tement

Manfred Tement Weingut Tement

Es gibt Weingüter, die eine Region definieren. Das Weingut Tement in Ehrenhausen hat die Südsteiermark auf die internationale Weinkarte gesetzt. Als Manfred Tement 1976 den Betrieb seines früh verstorbenen Vaters übernahm, bewirtschaftete er gerade einmal drei Hektar. Heute erstrecken sich knapp 100 Hektar über die dramatischen Steillagen beiderseits der slowenischen Grenze.

Der Sauvignon Blanc vom Zieregg gehört zu den großen Weißweinen der Welt – 1991 kürte ihn Der Feinschmecker zum weltbesten seiner Art. Seit 2022 arbeitet das Weingut vollständig biodynamisch nach Demeter-Richtlinien. Die dritte Generation – Söhne Armin und Stefan – führt das Erbe fort, ohne die Handschrift des Vaters zu verwischen.




Mehr über Tement

Weingärten Zieregg Weingut Tement Südsteiermark
Weinverkostung Weingut Tement

Vom Familienbetrieb zum Flaggschiff der Südsteiermark

Die Geschichte des Weinguts beginnt 1959, als Josef Tement senior mit seiner Frau Edina zwei Hektar Rebfläche erwarb. Sein früher Tod 1976 zwang den damals 25-jährigen Manfred Tement, die Verantwortung zu übernehmen. Was folgte, war eine der bemerkenswertesten Erfolgsgeschichten des österreichischen Weinbaus.

Manfred Tement erkannte früh das Potenzial des Sauvignon Blanc in den kalkhaltigen Böden der Südsteiermark. 1986 gründete er gemeinsam mit gleichgesinnten Winzern die Steirische Klassik (STK) – eine Qualitätsinitiative, die den steirischen Weißweinen internationale Anerkennung verschaffte. Das benachbarte Weingut Sattlerhof gehört ebenfalls zu den STK-Gründungsmitgliedern und prägt gemeinsam mit Tement das Gesicht der Region.

Zieregg: Ein Weinberg, vier Gesichter

Der Zieregg ist das Herzstück des Weinguts. Diese Grand-Cru-Lage erstreckt sich über beide Seiten der österreichisch-slowenischen Grenze und wird in vier distinkte Parzellen unterteilt: Die Kapelle mit ihren ältesten Reben und dem markanten Bildstock, der Kår mit besonders kalkreichem Untergrund, der Steilriegel mit Hangneigungen von bis zu 70 Prozent, und der klassische Zieregg als Kernstück der Lage.

Auf slowenischer Seite bewirtschaftet die Familie unter dem Namen Ciringa weitere 20 Hektar. Der Ciringa Fosilni Breg zeigt eindrucksvoll, wie sich die gleiche Handschrift auf unterschiedlichen Terroirs ausdrückt. Die Zieregg Kapelle repräsentiert dagegen die Quintessenz des österreichischen Teils.

Biodynamie als logische Konsequenz

Die Umstellung auf biodynamische Bewirtschaftung begann 2017 und wurde 2022 mit der Demeter-Zertifizierung abgeschlossen. Für Tement war dies keine modische Kehrtwende, sondern die konsequente Weiterentwicklung einer Philosophie, die schon immer den Boden in den Mittelpunkt stellte. Die Mitgliedschaft bei Respekt-BIODYN unterstreicht diesen Anspruch.

Im Keller dominiert Zurückhaltung. Spontanvergärung, lange Hefelager und der behutsame Einsatz großer Holzfässer prägen den Stil. Das Ergebnis sind Weine von bemerkenswerter Spannung zwischen Frucht und Mineralität, zwischen Zugänglichkeit und Tiefe.

Drei Generationen, eine Vision

Mit Armin (seit 2005 im Betrieb) und Stefan (seit 2010) arbeitet bereits die dritte Generation am Weingut. Armin verantwortet Weinbau und Keller, Stefan konzentriert sich auf Vertrieb und das Weinhotel Gut Pössnitzberg. Die Söhne bringen neue Impulse ein, ohne die Grundprinzipien des Vaters in Frage zu stellen.

Die Einstiegsweine – allen voran der präzise Kalk & Kreide – machen den Tement-Stil zugänglich. Die Lagenweine zeigen dann die ganze Bandbreite des Terroirs. Und ganz oben stehen jene raren Abfüllungen, die beweisen, dass Sauvignon Blanc in der Südsteiermark eine Ausdruckskraft erreichen kann, die selbst die besten Loire-Weine herausfordert.

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