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Hubert Lignier

Laurent und Hubert Lignier in Morey-Saint-Denis

Sur l'une des étiquettes les plus recherchées de la maison figure un millésime en chiffres romains : MCMLV – 1955. C'est depuis si longtemps que les vignes plongent leurs racines, celles à partir desquelles la Domaine Hubert Lignier élabore son plus célèbre Clos de la Roche. À Morey-Saint-Denis, la famille Lignier cultive le Pinot Noir depuis les années 1880 ; aujourd'hui, Laurent Lignier perpétue cet héritage en cinquième génération. Son frère Romain, talent salué par tous, est décédé en 2004 à seulement 34 ans – une rupture que le domaine a traversée sans perdre son identité : des Grands et Premiers Crus d'une clarté lumineuse et fraîche, élaborés en agriculture biologique et élevés avec soin en fût de chêne.




Mehr über Hubert Lignier

Siebenundzwanzig Reihen von 1955

Im Klima Monts Luisants, am oberen Rand des Grand Cru Clos de la Roche, stehen siebenundzwanzig Rebzeilen, die Henri Lignier 1955 gepflanzt hat. Sie sind der genetische Ursprung dieses Weinguts: Aus ihrem Holz vermehrte Henri in den 1960er-Jahren per Selektion seine übrigen Parzellen, Stock für Stock. Wer heute einen Lignier-Wein trinkt, trinkt eine Abstammung, die in diesen Reihen begann.

Die alten Stöcke neigen zur Millerandage – sie tragen winzige, oft kernlose Beeren von enormer Konzentration. Seit 2017 füllt Laurent Lignier die Ernte dieser Parzelle getrennt ab, als Cuvée „MCMLV“ – römisch für 1955, eine Hommage an den Großvater. Es sind kaum zwei Fässer pro Jahrgang; die Flasche zählt zu den gesuchtesten Pinot Noir der gesamten Côte de Nuits.

Reife Pinot-Noir-Trauben in den Weinbergen der Domaine Hubert Lignier

Eine Familie aus Morey

Der Anfang liegt in den 1880er-Jahren. Jacques Lignier, ein Chef de culture in einem fremden Weingut, kaufte damals Parzellen, welche die Reblaus entwertet hatte – Land, das niemand mehr haben wollte. Sein Sohn Jules pflanzte es geduldig neu, über Henri kam der Besitz schließlich an Hubert Lignier, der 1959 die Leitung übernahm.

Hubert traf 1973, mitten in einer Absatzkrise, eine Entscheidung, die das Weingut prägen sollte: Er füllte seine Weine selbst auf die Flasche, statt sie als Fasswein an den Handel zu geben. Aus dem anonymen Traubenlieferanten wurde eine Adresse mit eigenem Namen – und mit jedem Jahrzehnt kamen Lagen hinzu, quer durch die Côte de Nuits: Morey-Saint-Denis, Chambolle-Musigny, Gevrey-Chambertin, dazu der Clos de Vougeot.

Romain, und das Weiterwirken

1992 stieg Romain Lignier bei seinem Vater ein, der jüngste der drei Geschwister. Die beiden begannen, die Böden wieder zu pflügen, und Romains Weine fanden rasch Bewunderer weit über das Burgund hinaus. 2004 starb er, gerade 34 Jahre alt. Es waren schwere Jahre, die folgten – für die Familie und für das Weingut.

Den Faden nahm Laurent Lignier auf, Romains Bruder. Er hatte das Handwerk auswärts gelernt, unter anderem beim Beauner Haus Albert Bichot, ehe er 2010 nach Morey zurückkehrte. Bis 2013 hatte er die Domaine wieder zusammengeführt und führt sie seither – fünfte Generation auf demselben Land.

Schwerkraft statt Druck

Laurent stellte die Arbeitsweise leise um. Ab 2007 verschwanden die synthetischen Mittel aus den Weinbergen; 2019 trug das Weingut die Certification biologique. Der 2008 bezogene Keller in Morey arbeitet allein mit der Schwerkraft – keine Pumpe rührt den Wein, von der Maische bis zur Füllung. Vor der Gärung stehen lange, kühle Mazerationszeiten; der Anteil ganzer Trauben ist über die Jahre gewachsen, das neue Holz dagegen bewusst zurückgenommen und über vier Küfereien gestreut, damit kein Fass den Wein dominiert.

Der Gewölbekeller der Domaine Hubert Lignier in Morey-Saint-Denis

So entstehen Pinots von kühler Präzision – durchgezeichnet, fein gebaut, auf Länge und Klarheit angelegt. Das Spektrum reicht vom zugänglichen Morey-Saint-Denis bis zu den großen Lagen: der Clos de la Roche Grand Cru als Herzstück, daneben Charmes- und Mazoyères-Chambertin und der Gevrey-Chambertin 1er Cru Aux Combottes – jene einzige Premier-Cru-Insel mitten im Band der Grands Crus, eingekeilt zwischen dem Clos de la Roche und dem Latricières-Chambertin, den die Nachbarfamilie Trapet Père & Fils bewirtschaftet. Wer das Haus kennenlernen möchte, ohne gleich zum Grand Cru zu greifen, findet im Morey-Saint-Denis 1er Cru „Les Chaffots“ die Handschrift des Weinguts im Kleinen: kühle Frucht, feinkörniges Tannin und ein langer, klarer Nachhall.

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