Beaujolais und Mâconnais in Kürze
Kurz gesagt: Das Beaujolais liegt nördlich von Lyon, größtenteils im Département Rhône; sein Norden reicht bis ins burgundische Saône-et-Loire. Weinrechtlich gehört es zu Burgund, mit Gamay auf rund 98 Prozent der Rebfläche, Granitböden und eigener Branchenorganisation ist es zugleich eine eigenständige Region. Die zehn Crus von Saint-Amour bis Brouilly bilden die Spitze, ihre Stile reichen von leicht und duftig bis zu tanninbetont und langlebig. Im Mâconnais dagegen prägen Chardonnay und Kalkstein statt Gamay und Granit die Weine. Bei uns liegen die Crus zwischen gut 20 und 35 €, die Mâconnais-Weißen beginnen bei 21 €.

Nach dem Chablis, der nördlichen Region Burgunds, springen wir weit in den Süden. Wir befinden uns im wärmsten Teil Burgunds, wo die Grenzen zweier Weinregionen überlappen: Mâconnais und Beaujolais. Die erste ist wieder das Reich des Chardonnay, während in der zweiten die rote Gamay-Traube gedeiht.
Beaujolais ist eine wunderbare (und oft verkannte) Weinregion nördlich von Lyon, die den Norden des Départements Rhône umfasst und sich mit den südlichen Gebieten von Saône-et-Loire in Burgund überschneidet. Beaujolais bietet das volle Spektrum erschwinglicher Rotweine, von trinkigen Picknickbegleitern bis hin zu komplexen Terroir-Weinen.
Karte, Topographie und Böden des Beaujolais

Die Weinregion ist in zwei Teile geteilt, was durch die Lage der verschiedenen Appellationen deutlich wird. Bas Beaujolais im Süden, hauptsächlich flach und mit reichen Böden aus Sandstein und Ton. Hier wird der berühmt-berüchtigte Beaujolais Nouveau erzeugt, der unter der AOC Beaujolais hergestellt wird.
Im nördlichen Teil, der sich grob an der Stadt Villefranche orientiert, befindet sich der größte Teil der Beaujolais-Villages AOC und der Cru Beaujolais AOC. Hier bestehen die Böden hauptsächlich aus Schiefer und Granit mit etwas Kalkstein.
Gamay: die Traube, die Burgund verlassen musste
Beaujolais ist nahezu gleichbedeutend mit Gamay (oder, genauer gesagt, Gamay noir à Jus blanc), der wichtigsten Rebsorte des Gebiets. Sie macht 98 % der gesamten Produktion aus.
Die heute als Kreuzung zwischen Pinot Noir und der alten weißen Rebsorte Gouais verstandene Rebsorte bringt eine reiche Ernte und reift zwei Wochen früher als der Pinot Noir. Das führt zu fruchtigen Weinen mit geringem Alkohol- und Tanningehalt, hohem Säuregehalt und leichtem bis mittlerem Körper.
Es war eine glückliche Begegnung zwischen Beaujolais und Gamay. Die Rebsorte wurde schlecht behandelt und bereits 1395 aus dem Burgund vertrieben, um dem berühmteren und wertvolleren Pinot Noir Platz zu machen. Nach Süden gedrängt, fand sie im Beaujolais den Granitboden und die wärmeren Temperaturen, auf denen sie gut gedeiht.

Der burgundische Herrscher verbot 1395 in einem berühmten Dekret den Anbau von Gamay an der Côte d’Or mit dem Argument der Schädlichkeit für die menschliche Gesundheit. Er bezeichnete die Traube als „sehr schlechte und sehr treulose“ Pflanze. Dem Gamay kam diese Verdrängung sogar zugute, weil er an den Granithängen des Beaujolais noch besser gedeiht als auf dem Kalksteinabbruch der Côte d’Or.
Zu erwähnen ist auch eine kleine Produktion von Chardonnay. Weil sich der Norden des Beaujolais mit dem Mâconnais-Gebiet von Saint-Véran überschneidet, kommt er meist unter den bekannteren Bezeichnungen Mâcon-Villages oder Saint-Véran auf den Markt.
Die zehn Crus von Nord nach Süd
Unter der AOC Cru Beaujolais gibt es echte und immer noch unterschätzte Perlen des französischen Weinbaus, die sich auf 10 Gebiete verteilen (im Beaujolais bezeichnet der Begriff „Cru“ ein Gebiet und nicht einen einzelnen Weinberg).
Brouilly, Régnié und Chiroubles bringen leichtere Weine hervor; Côte de Brouilly (die höher gelegenen Hänge des Mont Brouilly mit seinem blauen Gestein vulkanischen Ursprungs), Fleurie und Saint-Amour liefern mittelkräftige Weine. Die anderen vier Crus bieten vollmundige Weine, die zwischen vier und zehn Jahren nach der Ernte getrunken werden können: Chénas, Juliénas, Morgon und Moulin-à-Vent.
Die Tabelle ordnet die zehn Crus von Saint-Amour bis Brouilly von Nord nach Süd und rückt dabei den Untergrund in den Blick.
| Cru | Boden | Charakter |
|---|---|---|
| Saint-Amour | Rund 310 ha; Hangschutt und Granit, außerdem blauer Stein, Kalk, Mergel und Ton | Mittelkräftig; floral nach Veilchen und Iris oder kräftiger mit Kirschwasser und Gewürz |
| Juliénas | Rund 575 ha; blauer Stein, Hangschutt und Schiefer, wenig Granit, im Osten Schwemmland und Sand | Kräftig, würzig und gut lagerfähig |
| Chénas | Rund 250 ha; kleinster Cru, mit Granit und Hangschutt | Vollmundig; kleine schwarze Früchte, Pfingstrose, Gewürz und weiche Tannine; selten zu finden |
| Moulin-à-Vent | Rund 640 ha; rosa, grob verwitterter Granit | Der strukturierteste, langlebigste Cru; jung Veilchen und Kirsche, später Iris, welke Rosen, Unterholz und Trüffel, mit Tannin |
| Fleurie | Rund 840 ha; zu 90 Prozent rosa Granit, dazu sandiger Granitgrus | Floral, fein und elegant, mit seidiger Textur; mittelkräftig |
| Chiroubles | Rund 315 ha; ausschließlich rosa Granit, Reben bis auf 600 Meter | Leicht, frisch und duftig; auch in warmen Jahren kühl |
| Morgon | Rund 1.090 ha; Granit und blauer Stein, dazu bröselige roche pourrie | Vollmundig, robust und lagerfähig, mit dunkler Kirsche |
| Régnié | Rund 550 ha; Granit und Hangschutt, Südost-Hänge, durchschnittlich 350 Meter | Leicht, duftig und früh zugänglich |
| Brouilly | Rund 1.200 ha; größter Cru, mit rosa Granit, blauem Stein, Kalk, Mergel und Ton | Fruchtig, zugänglich und leicht |
| Côte de Brouilly | Rund 310 ha; 40 Prozent vulkanischer blauer Stein und 24 Prozent Granit am Mont Brouilly | Mittelkräftig und mineralisch, mit Pfeffer und eingelegten schwarzen Früchten |
Für den Einkauf führt der Weg von der Charakter-Spalte zu Boden und Fläche: erst den gewünschten Stil bestimmen, dann die Herkunft einordnen. Die Vinifikation gehört unbedingt dazu, denn sie prägt einen Cru-Wein so stark wie der Cru selbst.
Von leicht gekühlten leichten Weinen bis hin zu etwas älteren und komplexeren ist Beaujolais das perfekte Gebiet für erschwingliche Gewächse hervorragender Qualität aus dem Süden Burgunds.
- Saint-Amour Climat „Côte de Besset“ Zen 2023, Bret Brothers 34,50 €
- Moulin-à-Vent „La Rochelle“ 2019, Romanesca 22,50 €
- Fleurie Climat „Poncié“ Zen 2022, Bret Brothers 34,50 €
- Morgon „Château Gaillard“ 2020, Romanesca 20,50 €
- Beaujolais-Villages Cuvée des Beaux Jours 2020, François de Nicolay 16,51 €
Juliénas: alte Gamay-Reben und zwei Handschriften
Juliénas ist eines der vielfältigsten Gebiete der Region Beaujolais. Es umfasst Hänge aus blauem Stein und Schiefer mit wenig Granit im Westen, alte Schwemmlandböden im Osten und einige Sandböden mit einem Tongehalt von bis zu 30 Prozent.

Ein kleiner Einblick in den Cru Juliénas von den Weingütern Bret Brothers und Romanesca. Jonathan Gobbi hat für die erste Fassung dieses Textes zwei unterschiedliche (aber jeweils außergewöhnlich gute) Jahrgänge verkostet, 2018 und 2020; heute führen wir von Romanesca den 2020er, von Bret Brothers den 2022er.
Romanesca, Les Fouillouses, Juliénas
Der Jahrgang 2018 war sehr ausgewogen zwischen einem feuchten Winter und einem heißen, trockenen Sommer. Dank der guten Wasserversorgung im ersten Teil des Jahres waren die Weine frisch und lebendig mit einem leicht niedrigen Alkoholgehalt.
Der Romanesca „Les Fouillouses“ 2018 bestätigte die Erwartungen voll und ganz mit einem tief rubinroten Wein, der sich nach einiger Zeit in der Nase mit frischen Noten von Salbei und Orange öffnete, gefolgt von Brombeerkonfitüre, Schwarzkirschenkonfitüre, Veilchen und Wildrose. Der Mund wird von einer breiten Säure durchzogen, die Alkohol und Tannine gut ausbalanciert. Noten von schwarzen Johannisbeeren, roten Rosen und ein Hauch von Vanille und Marzipan im Abgang. Lieferbar ist heute der Juliénas „Les Fouillouses“ 2020 (20,50 €).
Bret Brothers, Climat La Bottière, Juliénas
Der Jahrgang 2020 war ebenso großartig, aber sicherlich komplizierter durch strengen Frost im April, einen sehr heißen Juli und eine regnerische zweite Augusthälfte. Die Crus der Region waren jedoch nicht so betroffen, und der Regen war als Erleichterung nach dem heißen Wetter sehr willkommen. Das Ergebnis sind frische, aber konzentrierte Weine.
Der „La Bottière“ 2022 der Bret Brothers (34,50 €) bringt diese Idee der Konzentration wunderbar zum Ausdruck, beginnend mit einer Nase, die sich verführerisch öffnet: Süßkirschen, Himbeeren und satt reife Pflaumen, darunter florale Töne von Rosen und Veilchen, frische Wiesenkräuter und ein Hauch Süßholz.
Im Mund ist er warm, balsamisch mit einer zarten Säure, die ein langes, würziges Finale unterstützt. Hier finden wir Waldbeerkonfitüre und schwarzen Pfeffer, aber auch Zimt, Virginia-Tabak, getrocknete Pflaume und Kaffee. Schon jetzt ist er unglaublich angenehm und verführerisch. Auch wenn er eine längere Flaschenreife vertragen kann, wird es schwer, sich in Geduld zu üben.
Kohlensäuremaischung oder burgundisch?
Bei der Macération carbonique kommen ganze, unversehrte Trauben in einen geschlossenen, mit CO₂ gefüllten Behälter. In den intakten Beeren beginnt eine intrazelluläre Gärung, die bis etwa zwei Prozent Alkohol erzeugt; gleichzeitig wird ein Teil der Apfelsäure abgebaut und nur wenig Tannin ausgelaugt. Anschließend wird gepresst, der Most vergärt fertig. Banane, Kaugummi, Kirsche und Bonbon sind typische Aromen dieses Verfahrens.
Traditionell ist im Beaujolais dagegen die halbe Kohlensäuremaischung: Die ganzen Trauben kommen ohne zugesetztes CO₂ in den Bottich. Das Gewicht der Trauben zerdrückt die unteren Beeren; ihr Saft gärt mit eigenen Hefen, und das entstehende CO₂ verdrängt den Sauerstoff. Darüber setzt die Gärung in der Beere ein, nach etwa vier bis zehn Tagen wird gepresst. Beim Nouveau ist die Maischestandzeit besonders kurz, der Verkauf beginnt ab dem dritten Donnerstag im November.
Die burgundische Vinifikation entrappt die Trauben ganz oder teilweise und setzt auf eine längere, klassische Maischegärung. Pigeage, das Unterstoßen des Tresterhuts, oder Remontage, das Umpumpen, bringen mehr Farbe, Tannin und Struktur; daraus folgt auch längere Lagerfähigkeit. Viele Cru-Winzer arbeiten heute mit Ganztrauben und halber Kohlensäuremaischung, andere entrappen und vinifizieren burgundisch, viele mischen beide Ansätze. Für die Crus ist das keine technische Fußnote, sondern eine Stilentscheidung: Sie bestimmt mit, ob die für die Kohlensäuremaischung typischen Aromen in den Vordergrund treten oder Farbe, Tannin und Struktur stärker ausgeprägt sind. Die Methode prägt den Wein so stark wie der Cru selbst.
Mâconnais: Chardonnay auf Kalk
Die Region wurde schon vor der Ankunft der Römer als besonders geeignet für den Weinbau erkannt, aber den Hauptanstoß gaben die Klöster von Tournus und Cluny im Mittelalter. Unter der relativen Stabilität des geistlichen Ordens waren die Mönche auch die ersten, die spezifische Crus identifizierten, was eine systematische Kategorisierung der Parzellen ermöglichte.
Hier wächst die Chardonnay-Traube auf Kalkstein, der mit Lehm oder Schwemmland bedeckt ist. Das wärmere Klima im Vergleich zum Rest von Burgund passt perfekt zur weißen Traube, die fast 90 % der Produktion der Region ausmacht. Die meisten Weißweine werden unter der Bezeichnung Mâcon Blanc oder Bourgogne Blanc verkauft. Ähnliche Geschichte für die wenigen Rotweine (hauptsächlich aus Gamay), die unter dem Label Mâcon Rouge oder oft, wenn sie aus Pinot Noir hergestellt werden, unter dem wertvolleren Bourgogne Rouge verkauft werden. Die AOC Mâcon-Villages ist theoretisch eine höhere Stufe, aber um ins echte Spiel zu kommen, müssen wir nach dem Namen eines der 27 Dörfer suchen, die hinter „Mâcon“ aufs Etikett dürfen, etwa Mâcon-Igé, Mâcon-Verzé oder Mâcon-Vinzelles, und nach den eigenen Dorf-Appellationen: Viré-Clessé, Saint-Véran, Pouilly-Loché und Pouilly-Vinzelles sind nur einige der Namen, die im Vergleich zu anderen Gebieten Burgunds eine hohe Qualität zu einem guten Preis garantieren können.
Ganz oben auf der Liste der Dörfer steht zweifellos Pouilly-Fuissé. Eine unregelmäßige Topographie, durchsetzt mit kalkreichen Hügeln, die reich an alkalischer Tonerde sind. Jeder Weinberg zeigt unterschiedliche Gesichter des Chardonnay, wobei einige nach Süden ausgerichtete bereits zwei Wochen vor den nach Norden ausgerichteten reifen. Was alle besten Pouilly-Fuissé-Weine gemeinsam haben, ist eine Fülle und Saftigkeit, die nur im Laufe der Zeit besser werden kann.
Die Appellationen im Überblick
Pouilly-Fuissé umfasst Fuissé, Solutré-Pouilly, Vergisson und Chaintré. Auf den unregelmäßig geformten, kalkreichen Hügeln gibt es seit dem Jahrgang 2020 22 Premier-Cru-Climats auf zusammen 194 Hektar, die ersten Premiers Crus des Mâconnais überhaupt. Damit erhält die Bezeichnung eine zusätzliche, innerhalb der Appellation abgegrenzte Herkunftsebene.
Pouilly-Vinzelles und Pouilly-Loché bleiben kleine Nachbarn des bekannteren Pouilly-Fuissé; Viré-Clessé liegt mit Viré, Clessé, Laizé und Montbellet im Norden und ist seit Ende der 1990er Jahre eigenständig.
Saint-Véran besteht seit 1971 und schreibt sich ohne „d“, das Dorf dagegen heißt Saint-Vérand. Zu den Gemeinden gehören Davayé und Prissé; im Süden liegen Chânes, Chasselas, Leynes und Saint-Vérand bereits im Beaujolais-Gebiet. Hier überschneiden sich die Regionen auf dem Etikett, während die Leitdifferenz bestehen bleibt: Chardonnay und Kalk im Mâconnais, Gamay und überwiegend Granit im Beaujolais.

- Mâcon-Villages „Terroirs du Mâconnais“ 2024, Bret Brothers 23,00 €
- Saint-Véran „La Combe DesRoches“ Zen 2023, La Soufrandière 32,50 €
- Mâcon-Péronne Ars Vinea blanc 2024, Thomas-Collardot 33,50 €
- Pouilly-Fuissé Climat „En Carementrant“ 2023, Bret Brothers 47,50 €
- Pouilly-Fuissé 1er Cru Climat „Au Vignerais“ Zen 2023, La Soufrandière 59,50 €
Bret Brothers und La Soufrandière: ein Weingut für zwei Regionen
Das Weingut, das die überlappende Geographie der beiden Weinregionen am besten repräsentiert, ist Bret Brothers, auch bekannt als La Soufrandière.

Jean-Guillaume und Jean-Philippe Bret sind unter dem Namen La Soufrandière Teil der neuen Welle von Produzenten, die die Côte Mâconnais nach der Stagnation der 80er Jahre wiederbelebten. Mit Fokus auf biodynamischem Anbau (Demeter-zertifiziert seit 2006) und händischer Ernte steht La Soufrandière für Charakter und Identität. Jede Parzelle wird separat geerntet und vinifiziert, um die Identität jedes Climats zu zeigen. Pouilly-Vinzelles Climat Les Quarts oder Pouilly-Fuissé Climat Au Vignerais sind wunderbare Ausgangspunkte, um die verschiedenen Facetten dieses Terroirs zu erkunden.
Aber die Erkundung der Gebiete südlich der Côte d’Or endet nicht im Mâconnais. Im Beaujolais arbeiten die Brüder unter dem Label Bret Brothers und kaufen Trauben auch von befreundeten Winzern. Die gleichen hohen Qualitätsstandards von La Soufrandière werden hier angewandt. Die Gamay-Traube ist die perfekte Ergänzung zum Chardonnay im Portfolio der Brüder. Präzision und Trinkbarkeit sind obligatorisch, zusammen mit einer schönen Mineralität und der Abwesenheit offensichtlichen Holzgeschmacks. Juliénas Climat La Bottière und Fleurie Climat Poncié sind nur zwei Beispiele für Sorten und Unterschiede zwischen den einzelnen Dörfern des Beaujolais. Und die Bret-Brüder sind definitiv die richtigen Winzer, um uns diese Nuancen zu zeigen.
Häufige Fragen
Gehört das Beaujolais zu Burgund?
Weinrechtlich ja, als eigenständige Region zugleich nein. Das Beaujolais zählt zur großen Bourgogne, hat aber mit Inter Beaujolais, Gamay auf rund 98 Prozent der Rebfläche und Granit statt Kalk eine eigene Organisation und Identität; geografisch liegt der größte Teil im Département Rhône, der Norden im burgundischen Saône-et-Loire. Rotweine aus Gamay dürfen unter bestimmten Bedingungen als Coteaux Bourguignons erscheinen, Weine der zehn Crus auch als Bourgogne Gamay.
Was ist ein Beaujolais Cru?
Ein Cru bezeichnet hier keinen einzelnen Weinberg, sondern ein abgegrenztes Gebiet, meist eine Gemeinde. Es gibt zehn dieser Crus, von Saint-Amour im Norden bis Brouilly im Süden. Sie bilden die Spitze des Beaujolais und unterscheiden sich durch Böden, Höhenlage und Stil.
Wie schmeckt Gamay aus dem Beaujolais?
Insgesamt reicht der Stil von leicht, frisch und duftig bis vollmundig, würzig und tanninbetont. Kirsche, Veilchen, Iris und Gewürz gehören je nach Cru zum aromatischen Spektrum; die halbe Kohlensäuremaischung kann Banane, Kaugummi und Bonbon hinzufügen. Welcher Eindruck überwiegt, entscheiden Herkunft und Vinifikation.
Wie lange kann man Beaujolais lagern?
Leichte Crus wie Brouilly, Régnié und Chiroubles sind für etwa ein bis vier Jahre gedacht, vollmundige wie Chénas, Juliénas, Morgon und Moulin-à-Vent für vier bis zehn Jahre. Gute Moulin-à-Vent und Morgon können auch länger reifen. Entscheidend ist neben der Herkunft die Vinifikation, denn die burgundische Methode bringt mehr Tannin, Struktur und längere Lagerfähigkeit.
Was ist der Unterschied zwischen Mâcon-Villages und Pouilly-Fuissé?
Mâcon-Villages ist eine Herkunftsstufe oberhalb von Mâcon Blanc, Pouilly-Fuissé dagegen eine eigene Dorf-Appellation aus Fuissé, Solutré-Pouilly, Vergisson und Chaintré. Die gemeinsame Grundlage ist Chardonnay auf Kalkstein, doch Pouilly-Fuissé grenzt die Herkunft enger ein. Seit dem Jahrgang 2020 gibt es dort außerdem 22 Premier-Cru-Climats auf 194 Hektar, die ersten Premiers Crus des Mâconnais.