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Romanesca

Antoine und Olivier Chastel von Domaine Romanesca

Die Zwillingsbrüder Antoine und Olivier Chastel führen gemeinsam mit Oliviers Frau Lucrèce die Domaine Romanesca in zweiter Generation. Nach der Übernahme 2018 stellten sie sofort auf biologischen Weinbau um. Sieben Hektar in Moulin-à-Vent, Fleurie, Morgon und Juliénas – die Crème der Beaujolais-Crus. Ihr größter Coup: Statt zu verschneiden, vinifizieren sie jede Parzelle einzeln.




Mehr über Romanesca

Zwillinge, ein Weingut

Weinberge der Domaine Romanesca im Beaujolais

Guy und Ferréole Chastel hatten jahrzehntelang sieben Hektar in den besten Lagen des Beaujolais bewirtschaftet. 2018 übergaben sie an die nächste Generation: die Zwillinge Antoine und Olivier, unterstützt von Oliviers Frau Lucrèce. Das Trio hatte zuvor in Lyon ganz andere Karrieren verfolgt – nun kehrten sie zurück, um das Familienweingut zu übernehmen. Ihr erster Schritt: die Umstellung auf biologischen Anbau. Ein Statement, das im traditionsreichen Beaujolais Aufmerksamkeit erregte.

Die Revolution der Parzellen

Der Vater hatte seine Weinberge stets verschnitten – ein Tropfen aus Moulin-à-Vent vermischte sich mit einem aus Fleurie. Die Brüder gingen einen anderen Weg: Jede Parzelle wird einzeln vinifiziert, jedes Terroir spricht für sich. Der Champ de Cour aus Moulin-à-Vent zeigt die Tiefe des verwitterten Granits. Der La Rochelle stammt von 50-jährigen Reben auf 2,3 Hektar westlich des Dorfzentrums. Diese Unterscheidung der Einzellagen offenbart die Vielfalt des Gamay wie kaum ein anderes Weingut.

Weinlese bei Domaine Romanesca

Die Römerstraße als Erbe

Der Name Romanesca verweist auf die Römer, die hier vor 2000 Jahren die ersten Reben pflanzten. Entlang der strategischen Straße von Lugdunum (Lyon) zur Nordsee entstanden Weinberge um die gallorömischen Villen von Romanèche-Thorins. Im dritten Jahrhundert transportierten Amphoren die Weine auf der Saône nach Lyon. Die Zwillinge knüpfen bewusst an dieses Erbe an – mit Weinen, die Charakter und Trinkfreude vereinen.

Gobelet und Granit

Die Weinberge werden im traditionellen Gobelet-Schnitt erzogen – freistehende Rebstöcke ohne Drahtrahmen, wie seit Jahrhunderten üblich. Die hohe Pflanzdichte und der Konkurrenzdruck zwischen den Reben führen zu niedrigen Erträgen, aber konzentrierten Trauben. Granit und Schiefer prägen die Böden aller vier Appellationen. Ähnlich terroirfokussiert arbeitet Petit Aigle in Chénas mit alten Reben und biologischem Anbau.

Vier Crus, ein Stil

Die sieben Hektar verteilen sich auf die Crème der Beaujolais-Appellationen: vier Hektar in Moulin-à-Vent, je ein Hektar in Fleurie, Morgon und Juliénas. Jeder Wein zeigt seinen eigenen Charakter: Moulin-à-Vent mit Kraft und Struktur, Fleurie mit floraler Eleganz, Morgon mit Tiefe, Juliénas mit Frische. Manche Reben sind über 50 Jahre alt. Das Ergebnis: Weine voller Finesse und Mineralität, die beweisen, dass Beaujolais weit mehr ist als ein Nouveau. Die klare Parzellenarbeit macht Romanesca zu einem der spannendsten jungen Weingüter der Region.

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