Nota de cata
- Color y aspecto
- Mittleres Kirschrot – leuchtend, klar, mit einer Dichte, die von der warmen Vulkansüdflanke erzählt.
- Nariz
- Typisch kraftvoll und dunkelwürzig: herb-kräutrige Noten treffen auf eine einladend reife Kirschfrucht, süß und säuerlich zugleich. Indische Gewürze, ein Hauch von abgehangenem Rindfleisch, dazu etwas Cassis – eine leichte Reduktion, die dem Wein Tiefenschärfe gibt. Ein Bukett, das nicht gefällt, sondern fordert.
- Boca
- Fleischig und saftig zugleich – eine seltene Kombination. Waldbeeren und Kirschen treffen auf Rose, Grafit und Gestein. Das Tannin sitzt noch fest, das Holz ist sehr gut eingebunden. Es schwingt eine leise Rustikalität mit, kein Makel, sondern Heimat: Man schmeckt Boden und Erde, während die Frucht ätherisch nachhallt.
- Final
- Lang, würzig und gesteinsbetont – die Kirsche bleibt, getragen von einer straffen Struktur, die diesem 2022er noch einige Jahre Flaschenruhe verspricht.
- Terroir y origen
- Der Oberrotweiler Eichberg liegt südlich, teils südwestlich exponiert am Kaiserstuhl. Schwarzes Vulkangestein speichert die Wärme des badischen Südens und verleiht den Weinen jene unverwechselbare Mineralität, für die das Weingut Franz Keller bekannt ist. 1994 wurde die Lage mit burgundischen Klonen angelegt – konsequent für ein Haus, das seine Anlage ganz bewusst als „badisches Burgund» versteht. Sechs VDP Große Lagen bearbeitet die Familie Keller auf 35 Hektar; der Eichberg zählt zu den ausdrucksstärksten darunter.
- Variedad y vinificación
- Spätburgunder, spontan vergoren und 18 Monate in französischen Barriques ausgebaut, davon 45% Neuholz. Die 2013 bezogene, terrassenförmig in den Hang gebaute Kellerei ermöglicht den schonenden Ausbau nach dem Gravitationsprinzip – Technik, die sich der Traube unterordnet. Friedrich Keller lenkt seit 2016 in vierter Generation die Geschicke des Hauses und hält an der Linie minimaler Eingriffe und präziser Lagenselektion fest.
- Maridajes
- Die fleischige Würze und die Rindfleischnote im Bukett prädestinieren diesen Wein für Rinderfilet mit Rotweinjus, geschmorte Lammkeule oder Wildterrine mit Preiselbeeren. Auch zu Entenbrust mit Kirschjus ein überzeugender Tischgenosse. Wer es rustikaler mag: kräftiger Pilztopf mit Rösti.
- Particularidades
- Ein Spätburgunder, der sich nicht weich klopft: Die leichte Rustikalität, die Mischung aus süßer Frucht und saurer Schärfe, das Grafit über allem – das ist Eichberg pur, Vulkan im Glas. Dazu die schwer zu fassende Doppelheit des Hauses Keller: Weinbau auf burgundischem Niveau neben einem Restaurant, dem Schwarzen Adler, der seit über 55 Jahren ununterbrochen einen Michelin-Stern trägt. Dieser 2022er ist noch jung – Geduld wird belohnt.





