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Terroir Sense Fronteres

Nur wenige Meter trennen den Priorat vom Montsant – und doch liegen Welten dazwischen. Terroir Sense Fronteres, das 2017 gegründete Projekt von Tatjana Peceric und Dominik Huber, nutzt genau diese Grenzlage für Weine, die leichter und lebendiger ausfallen als ihre Priorat-Geschwister von Terroir al Límit.
Die lockeren Sandböden des Montsant und die weniger strengen Appellation-Regeln erlauben hier mehr Experiment: ganze Trauben werden von Hand gestampft, vergoren wird in Terracotta-Amphoren und Betontanks – Eichenholz sucht man vergebens. Das Ergebnis sind Weine mit moderatem Alkohol, heller Farbe und einer Frische, die den schweren Stil der Region auf den Kopf stellt.
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Weine ohne Grenzen
Der Name „Terroir Sense Fronteres“ – katalanisch für „Terroir ohne Grenzen“ – ist Programm. Während Dominik Huber mit seinem legendären Terroir al Límit die Eleganz des Priorat neu definierte, wollte Tatjana Peceric zeigen, dass auch der benachbarte Montsant zu finessenreichen Weinen fähig ist. Die Weinberge liegen teils nur wenige hundert Meter von den Priorat-Parzellen entfernt, doch die sandig-tonigen Böden und die lockereren DO-Regeln eröffnen andere Möglichkeiten. Das Klima ist mediterran, doch die Höhenlage sorgt für kühle Nächte und langsame Reifung.
Im Mittelpunkt steht der Weinberg Les Montalts auf 800 Meter Höhe: vier Hektar mit 45 Jahre alten Garnacha-Buschreben, die den kraftvollen Guix Vermell hervorbringen. Der Name bedeutet „roter Gips“ – eine Anspielung auf die Bodenfarbe. Daneben gibt es Parzellen in La Figuera für den Vèrtebra und verschiedene Lagen für die Dorfweine Negre und Brisat.

Vinifikation im Terracotta-Bauch
Im Keller von Terroir Sense Fronteres gibt es keinen Entrapper und keine Barriques. Die Trauben werden komplett mit Stielen per Fuß gestampft und in Amphoren oder Betontanks vergoren – eine Methode, die Frische konserviert und Tannine geschmeidig hält. Der Schwefelzusatz ist minimal, die Weine werden weder geschönt noch filtriert. Die spanischen Amphoren fassen jeweils 400 Liter und atmen sanft.
Das Resultat sind Rotweine mit hellerem Farbspiel, die eher an Burgund denken lassen als an das kraftvolle Spanien. Der Negre zeigt wilde Kräuter und rote Beeren, der weiße Brisat aus Macabeo überrascht mit Struktur und salziger Mineralität.

Tatjanas Vision
Obwohl Terroir Sense Fronteres unter dem Dach von Terroir al Límit entsteht, ist es vor allem Tatjana Peceric, die das Projekt prägt. Die aus Slowenien stammende Önologin arbeitet seit 2012 mit Dominik Huber zusammen und hat hier ihren eigenen Stil entwickelt: frühe Lese für moderate Alkoholgrade, lange Mazerationszeiten für Tiefe ohne Schwere, Geduld statt Intervention. Die Erträge liegen bei nur 15 bis 20 Hektoliter pro Hektar.
Die Weine von Terroir Sense Fronteres gelten heute als Referenz für modernes Montsant – weit entfernt von den überextrahierten Rotweinen, die die Region lange dominierten.







