Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Graugelb bis helles Goldgelb – im Glas zeigt sich der Wein mit einer gewissen Dichte, die schon visuell auf die Struktur und den vollen Körper hinweist. Kein Leichtgewicht, sondern ein Wein mit Substanz.
- Nase
- Frisch und vielschichtig: reifes Kernobst wie Apfel und Quitte trifft auf weiße Blüten und getrocknete Kräuter. Darunter liegt die für Priorat typische erdige Mineralität, die dem Wein Tiefe gibt. Die Aromenintensität ist bemerkenswert hoch.
- Gaumen
- Opulent und strukturiert: reife Frucht wird von einer weichen Säure getragen, der höhere Alkoholgehalt ist gut integriert. Die wachsartige Textur umhüllt den Gaumen, während ein feiner Tannin-Grip für Spannung sorgt. Vollmundig, aber nie breit oder schwerfällig – die mediterrane Herkunft ist deutlich spürbar.
- Abgang
- Würzig und leicht bitter im positiven Sinn, mit guter Länge. Die erdig-mineralische Note bleibt präsent. Ein Wein, der von etwas Luft profitiert – unmittelbar nach dem Öffnen kann er noch etwas rustikal wirken, findet dann aber zu seiner Form.
- Terroir & Herkunft
- Aus dem Herzen des Priorat, wo die Familie Vives seit 2004 auf 21 Hektar Llicorella-Schiefer acht Parzellen rund um Gratallops bewirtschaftet. Der glitzernde Schiefer speichert die Hitze des Tages und gibt sie nachts an die Reben ab – auf kargstem Boden, der wenig Nährstoffe bietet und die Wurzeln tief hinabzwingt. Das Ergebnis: Konzentration und mineralische Eleganz. Eva Escudé, die Önologin des Hauses, setzt auf die Qualität der Traube, nicht auf Kellertechnik.
- Rebsorte & Vinifikation
- Ein Blend aus Grenache Blanc und Macabeo – beide autochthone Priorat-Sorten – ergänzt durch Viognier. Der Ausbau erfolgte im Stahltank, gefolgt von vier Monaten auf der Feinhefe, was dem Wein seine charakteristische Textur und Komplexität gibt. Die Erträge sind extrem niedrig: knapp ein Kilogramm Trauben pro Rebstock.
- Speiseempfehlungen
- Die Struktur und der volle Körper machen ihn zum idealen Partner für Boquerones en Vinagre – die Säure der eingelegten Sardinen findet in der weichen Säure des Weins ihr Gegenstück. Auch zu gegrilltem Schweinespeck eine spannende Kombination: Die wachsartige Textur und der Grip des Weins stehen der Fülle des Fleisches nicht nach. Generell passt er zu mediterraner Küche mit Kräutern, gegrilltem Gemüse oder gereiftem Käse.
- Besonderheiten
- Ein Weißwein mit Rotwein-Attitüde: Der Tannin-Grip und die wachsartige Textur sind ungewöhnlich für die Kategorie und machen ihn zu einem Wein, der auch Rotweintrinker überzeugt. Die Kombination aus mediterraner Fülle und mineralischer Struktur ist selten – und der Name Llum d’Alba (Morgenlicht) täuscht: Das ist kein zarter Frühwein, sondern ein Wein mit Charakter und Tiefgang.





