Reife gequetschte Waldbeeren, gezuckerte Himbeeren, feuchte Erde und Unterholz, unterlegt mit Noten von Rosenblüten, Veilchen und feinem Kalk.
Geschmack
Saftig und weich mit zurückhaltender Säure; gewinnt mit Luft spürbar an Frische, Kraft und feingliedrigem Tannin.
Charakter
Dunkler und maskuliner im Auftritt, zeigt sich nach etwas Reifezeit perfekt ausbalanciert, vielschichtig und voller Trinkfreude.
Dazu
Kalbsleber mit Waldpilzen auf Röstbrot, Ravioli gefüllt mit Wild und Steinpilzen oder gebratene Kartoffeln mit Feigen und Marroni.
Besonderheiten
Demeter-zertifizierter biodynamischer Anbau aus rund 50 Jahre alten Reben; per Pferdekraft bewirtschaftetes Terroir für ein herkunftsbetontes, ungeschöntes Klangbild.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Ein ehrliches, mitteltiefes Kirschrot im Glas.
Nase
Der Jahrgang 2017 zeigt sich im Duft füllig und offen. Ein Korb voll von reifen, gezuckerten Himbeeren und gequetschten Waldbeeren trifft auf feine florale Noten von Rosenblüten und Veilchen. Darunter liegt eine kühle Mineralik von Kalkstein sowie erdige Nuancen von feuchtem Waldboden und Unterholz.
Gaumen
Am Gaumen zeigt sich der Pinot Noir ungemein saftig und weich. Die Säure bleibt zunächst elegant im Hintergrund. Wer dem Wein etwas Luft im Dekanter gönnt, erlebt eine faszinierende Transformation: Die Tanninstruktur gewinnt spürbar an Grip und Frische. Die Beerenfrucht strafft sich, wird tiefgründiger und zeigt eine wunderbar dunkle, bodenständige Ader.
Terroir & Herkunft
Die Premier-Cru-Lage Les Lavières liegt nordwestlich von Beaune in Richtung Pernand-Vergelesses. Die rund 50 Jahre alten Reben der Domaine stehen in süd-südöstlicher Ausrichtung. Der Boden ist ein komplexes Gefüge aus Sandstein, Sand und Mergel, durchsetzt mit eisenhaltigem Oolith im oberen Bereich und rotbraunem Kalkstein weiter unten.
Rebsorte & Vinifikation
ReSortenreiner Pinot Noir. Die Familie de Nicolay arbeitet in den Steillagen radikal traditionell mit Pferdepflügen und vinifiziert nach Demeter-Standards. Seit 2011 setzt das Weingut konsequent auf Ganztraubenvergärung. Der Ausbau erfolgt zurückhaltend im Holzfass mit minimalem Neuholzanteil, um die Terroirausprägung unverfälscht zu bewahren.
Speiseempfehlungen
Hervorragend zu Kalbsleber und Waldpilzen auf Röstbrot mit Portweinreduktion. Ebenso eine stimmige Ergänzung zu Ravioli mit Wild-Füllung und Steinpilzen oder zu gebratenen La-Ratte-Kartoffeln mit Feigen, Steinpilzen und Marroni.
Besonderheiten
Ein Paradebeispiel für den biodynamischen „neo-klassischen“ Stil der Domaine Chandon de Briailles: handwerklich ungeschönt, voller Spannung und mit beeindruckendem Reifepotenzial.