Zum Inhalt springen

Chandon de Briailles

François de Nicolay von Domaine Chandon de Briailles

Vier Pferde namens Diva, Epi, Farandole und Gipsy pflügen durch die Rebzeilen am Corton – das einzige Weingut in Burgund, das knapp 14 Hektar komplett mit Pferden bearbeitet. Domaine Chandon de Briailles in Savigny-lès-Beaune wird von den Geschwistern François und Claude de Nicolay geführt, die den Familienbetrieb seit 1834 in die biodynamische Zukunft tragen.

William Kelley vom Wine Advocate bescheinigt ihren Weinen, das volle Potenzial des Corton Grand Cru auszuschöpfen – eine Aussage, die unter Burgunderkennern Gewicht hat. Die schwefelfreien Abfüllungen gehören zu den elegantesten Naturweinen der Region.




Mehr über Chandon de Briailles

Vier Pferde und ein Zisterzienser-Keller

Der Keller stammt aus dem 12. Jahrhundert, erbaut von Mönchen der Abtei Cîteaux. In diesem Gewölbe reifen heute Weine, die François de Nicolay als „neo-klassischen“ Burgunder-Stil bezeichnet: zurückhaltend im Holz, präzise in der Frucht, mit Lagerpotenzial für Jahrzehnte. Claude de Nicolay, seit 1988 Kellermeisterin, vinifiziert ohne Schönung und Filtration – seit 2017 auch komplett ohne Schwefelzusatz bei ausgewählten Cuvées wie dem Pernand-Vergelesses „Île des Vergelesses“ Sans Sulfites.

Claude und François de Nicolay im historischen Zisterzienser-Keller

Von der Gräfin zum Demeter-Siegel

Die Geschichte beginnt 1834, als die Familie de Nicolay das Anwesen übernahm. Der Name Chandon de Briailles verweist auf eine aristokratische Verbindung: Die Urgroßmutter war mit dem Champagnerhaus Moët et Chandon verwandt. Doch statt Prestige-Denken prägte Nadine de Nicolay, die Mutter der heutigen Winzer, den entscheidenden Wandel: 1989 verbannte sie alle synthetischen Mittel aus den Weinbergen.

Ihre Kinder gingen weiter. Claude studierte Önologie in Dijon und sammelte Erfahrung in Oregon und Neuseeland. François betrieb einen Weinladen in Paris, bevor er 2001 zurückkehrte. Gemeinsam stellten sie 2005 auf Biodynamie um – wie auch Trapet Père & Fils in Gevrey-Chambertin, das zur gleichen Zeit diesen Weg einschlug. Ein bemerkenswertes Experiment prägte Chandon de Briailles: Sie behandelten Mehltau mit Magermilch statt Kupfersulfat, eine Methode, die heute für zertifizierten Bio-Anbau zugelassen ist. Seit 2011 trägt das Weingut das Demeter-Siegel.

Grand Crus vom Corton

Die 13,7 Hektar verteilen sich auf zwölf Lagen in drei Gemeinden: Savigny-lès-Beaune, Pernand-Vergelesses und Aloxe-Corton. Am Hang des Pinot Noir-Hügels Corton besitzt das Weingut Parzellen in den legendären Klimata Bressandes, Clos du Roi und Maréchaudes. Der Corton-Bressandes Grand Cru zeigt exemplarisch den Hausstil: seidige Tannine, florale Noten, mineralische Tiefe ohne Holzdominanz.

Arbeitspferde in den Weinbergen von Chandon de Briailles

Eine Person pro Hektar

Die Philosophie von Chandon de Briailles lässt sich in Zahlen fassen: eine Arbeitskraft pro Hektar, maximal 15-20% neues Holz, null Filtration. Die roten Weine reifen 14 bis 20 Monate im Fass, die weißen bis zu 28 Monate. Ganztraubenvergärung ist seit 2011 Standard, wobei der Anteil je nach Jahrgang variiert.

de_DEDE