Leuchtendes Rubinrot mit granatroten Reflexen, typisch für einen jungen Grand Cru Pinot Noir.
Aroma
Florale Noten von Veilchen und Rosen, dazu rote Beerenfrüchte wie Kirsche und Himbeere, unterlegt von subtilen erdigen und würzigen Nuancen.
Geschmack
Feingliedrige Struktur mit seidigen Tanninen, präziser Frucht und einer mineralischen Tiefe, die ohne Holzdominanz auskommt.
Charakter
Ein eleganter, zurückhaltender Burgunder mit Lagerpotenzial für Jahrzehnte, der die Finesse des Corton-Terroirs in reiner Form zeigt.
Dazu
Passt zu gebratener Entenbrust, Pilzgerichten wie Steinpilzrisotto oder gereiftem Weichkäse.
Besonderheiten
Demeter-zertifiziert und biodynamisch erzeugt, mit Pferden gepflügte Reben und schwefelminimale Abfüllung; Ganztraubenvergärung und Reifung im Zisterzienser-Keller aus dem 12. Jahrhundert.
Verkostungsnotiz
Charakter
Ein Grand Cru von stiller Autorität: tiefgründig, feinnervig, ohne jede Schwere. Der 2021er zeigt die kühle Eleganz des Jahrgangs – rote Beerenfrucht, florale Anklänge, seidene Tannine und eine mineralische Spannung, die den Wein über Minuten trägt. Mit nur 12,5% Vol. ein Burgunder der alten Schule: Kraft durch Finesse, nicht durch Konzentration. Ein Wein, der Zeit im Glas verdient und über Jahrzehnte reifen kann.
Terroir & Herkunft
Der Clos du Roi zählt zu den historisch bedeutendsten Klimata am Corton-Hügel – jener markanten Anhöhe oberhalb von Aloxe-Corton, deren Grand-Cru-Parzellen seit Jahrhunderten zu den berühmtesten Lagen für Pinot Noir in Burgund gehören. Chandon de Briailles besitzt hier neben Bressandes und Maréchaudes einen Anteil an diesem legendären Terroir. Das Weingut in Savigny-lès-Beaune wird seit 1834 von der Familie de Nicolay geführt; heute bewirtschaften die Geschwister François und Claude die knapp 14 Hektar als einziges Gut Burgunds vollständig mit Pferden – Diva, Epi, Farandole und Gipsy pflügen die Rebzeilen.
Rebsorte & Vinifikation
Pinot Noir in seiner ursprünglichsten Form: Demeter-zertifiziert und biodynamisch bewirtschaftet seit 2005, vergoren mit der Ganztraube – ein Verfahren, das dem Wein Struktur und würzige Tiefe gibt. Der Ausbau erfolgt zurückhaltend: maximal 15 bis 20 Prozent neues Holz, 14 bis 20 Monate Fassreife, keine Schönung, keine Filtration. Claude de Nicolay, seit 1988 Kellermeisterin, vinifiziert im Keller aus dem 12. Jahrhundert – erbaut von Zisterziensermönchen der Abtei Cîteaux. Das Ergebnis nennt François de Nicolay »neo-klassisch«: präzise Frucht, seidige Textur, gebaut für die Ewigkeit.
Speiseempfehlungen
Die feine Struktur und die kühle Frucht des 2021ers verlangen nach Gerichten von ähnlicher Noblesse: Rebhuhn mit Trüffeljus, Entenbrust mit roten Beeren oder klassisch Bœuf bourguignon. Auch zu Wildpilzen – etwa Steinpilzrisotto – zeigt der Wein seine erdige Seite. Wer ihn jung öffnet, sollte karaffieren; wer Geduld hat, wird mit einem der großen Burgunder des nächsten Jahrzehnts belohnt.