Ein außergewöhnlicher Xarel-lo aus dem Penedès, der mit mineralischer Tiefe, lebendiger Säure und komplexer Aromatik die Handschrift eines großen Terroir-Weins trägt.
Helles, leuchtendes Strohgelb mit zartgrünen Reflexen
Aroma
Kalk, Rauch und Kräuter (Melisse, Zitronenthymian, Kerbel), ergänzt durch gegrillte Ananas, Grapefruit, Nashi-Birne und eine verlockende steinig-mineralische Tiefe
Geschmack
Druckvoll und kantig – Säure und Salz dominieren, getragen von einem dichten mineralischen Gerüst; Bergamotte und Limone prägen den langen, belebenden Abgang mit Kaffir-Limetten-Noten
Charakter
Kühl, dicht und von großer Länge – ein ernsthafter, terroir-getriebener Wein, der Geduld belohnt und eher an einen großen Burgunder als an einen klassischen Penedès-Weißwein erinnert
Dazu
Gegrillter Steinbutt mit Kräuterbutter, Jakobsmuscheln auf Fenchelpüree, reifer Manchego oder Idiazábal
Besonderheiten
Alte Xarel-lo-Stöcke auf 400 Höhenmetern, nur 0,91 ha Einzellage; keine Filtration oder Schönung – puristische Vinifikation für maximale Komplexität und Terroir-Ausdruck
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Leuchtendes Strohgelb mit zartgrünen Reflexen – klar, lebendig, von bestechender Reinheit.
Nase
Die Nase verblüfft mit einer fast burgundischen Tiefe: Kalk und ein Hauch Rauch prägen den ersten Eindruck, wie ein reduktiver Meursault aus dem Süden. Darunter entfalten sich gegrillte Ananas, Grapefruit und Nashi-Birne, ergänzt durch gelbe Äpfel und Physalis. Kräuter wie Melisse, Kerbel und Zitronenthymian verleihen dem Ganzen eine elektrisierende Frische. Leicht geröstete Koriander- und Fenchelsaat sowie ein Hauch Artischocke runden das komplexe Aromenspiel ab. Man kehrt immer wieder zu seinem steinigen, herben Kern zurück – fesselnd und unwiderstehlich.
Gaumen
Am Gaumen zeigt der Espenyalluchs sofort Charakter: Säure und Salz übernehmen das Kommando. Das mineralische Gerüst ist beeindruckend – es kleidet den gesamten Mundraum aus und hinterlässt eine deutlich salzige, fast meeresbrise-artige Note. Die Frucht wirkt herb und zitrisch: Bergamotte und Limone dominieren, unterstützt von Zitronenzesten und Kaffir-Limettenblättern. Saftig und kühl umschmeichelt er den Gaumen für Augenblicke, bevor das Säureschwert erneut waltet.
Abgang
Lang, sehr lang – und er scheint schlicht nicht enden zu wollen. Ätherische Aromen beleben den Nachhall nachhaltig. Die Frucht tritt zurück, Terroir und Mineralität übernehmen vollends. Ein Wein, der nach dem letzten Schluck noch lange im Gedächtnis bleibt.
Terroir & Herkunft
Die Parzelle Espenyalluchs liegt auf 400 Höhenmetern im Alt Penedès, nahe dem Dorf Sabanell. Das Gebirge Montserrat im Rücken sorgt für Fallwinde und kühle Nächte – ein Terroir, das Frische und Spannung in die Weine schreibt. Der Jahrgang 2021 war von extremen Kontrasten geprägt: ein langsamer, durch Kälte und Trockenheit verzögerter Reifeprozess mündete schließlich in exzellente Erntekonditionen.
Rebsorte & Vinifikation
Reinsortiger Xarel·lo von alten Stöcken auf 0,91 Hektar. Enric Soler verzichtet konsequent auf Klärung und Filtration – die gewonnene Komplexität ist das Ergebnis. Minimaler Eingriff, maximaler Ausdruck.
Speiseempfehlungen
Ein Wein für den Tisch, der Substanz verlangt: gegrillter Seehecht mit Zitronenbutter, Jakobsmuscheln auf Fenchelpüree, Vitello tonnato oder ein klassisches Pollo a l’ast aus dem Katalanischen. Auch zu gereiftem Manchego oder Jamón Ibérico eine Offenbarung.
Besonderheiten
Enric Solers Espenyalluchs ist ein eindrucksvoller Beweis dafür, dass Xarel·lo zu den großen weißen Rebsorten Europas zählen kann – wenn Terroir, Handwerk und Geduld zusammenfinden. Ein Wein für Erwachsene, die keine einfachen Antworten suchen.