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Charlopin Tissier

Manche Stammbäume liest man zweimal. Yann Charlopin ist der Sohn von Philippe Charlopin, dessen Mentor niemand Geringerer war als Henri Jayer – der vielleicht einflussreichste Winzer der burgundischen Nachkriegszeit. Dazu kam eine Lehrzeit bei Jean-Marie Fourrier. Mit diesem Rüstzeug gründete Yann 2013 gemeinsam mit seiner Frau Justine Tissier ein eigenes Domaine in Morey-Saint-Denis. Gut vier Hektar in der Côte de Nuits: Marsannay, Gevrey-Chambertin, Vosne-Romanée und ein Stück im legendären Clos Vougeot. Organische Handarbeit, Spontangärung, langsame Reifung auf der Feinhefe. Die Weine stehen inzwischen auf den Karten von The French Laundry, Tour d’Argent und Frenchie – für eine Domaine, die noch keine 15 Jahre alt ist, eine bemerkenswerte Referenzliste.
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Das Erbe der Giganten
Die Geschichte beginnt nicht mit Yann, sondern mit seinem Vater Philippe Charlopin. Der arbeitete eng mit Henri Jayer zusammen, dem Mann, der den modernen Burgunder-Stil erfand: niedrige Erträge, Kaltmazeration, minimale Intervention. Was Yann im Keller seines Vaters lernte, vertiefte er bei Jean-Marie Fourrier – einem weiteren Puristen der Côte de Nuits. Diese Schule prägt jeden Wein der Domaine: Der Clos Vougeot Grand Cru zeigt Kraft ohne Schwere, der Marsannay Les Longeroies Eleganz ohne Beliebigkeit.

Justines Mitgift
Der Startschuss fiel in Marsannay. Justine Tissiers Familie besaß dort Weinberge, und als die Gelegenheit kam, griffen die beiden zu. Marsannay gilt als das Tor zur Côte de Nuits – die einzige Appellation Burgunds, die Weine in allen drei Farben produziert. Yann konzentriert sich auf Rot: kühl vergorener Pinot Noir, vollständig entrappt, mit natürlichen Hefen vergoren. Die Weine reifen langsam auf der Feinhefe, werden kaum geschwefelt und nur minimal filtriert. Das Ergebnis: burgundische Transparenz, die den Boden schmecken lässt.
Von Morey nach Vosne
Mit der Ermutigung von Jean-Marie Fourrier übernahmen Yann und Justine 2015 die Domaine David Clarke in Morey-Saint-Denis. Seither wächst das Portfolio: Gevrey-Chambertin von alten Reben, Vosne-Romanée aus einer der prestigeträchtigsten Gemeinden Burgunds, dazu Weißweine aus Pernand-Vergelesses. Vier Hektar klingen bescheiden – aber in einer Region, in der jede Parzelle zählt, ist das ein kleines Imperium.

Auf den Karten der Besten
Was nach einer Dekade passiert, wenn alles stimmt: Die Weine von Charlopin-Tissier finden sich auf den Weinkarten von Drei-Sterne-Restaurants wie The French Laundry, Quince und SingleThread in Kalifornien, dazu Tour d’Argent und Frenchie in Paris. Für ein Weingut, das 2013 mit ein paar gepachteten Parzellen begann, ist das die ultimative Bestätigung. Ähnlich präzise, wenn auch mit längerer Tradition, arbeitet Domaine Trapet in Gevrey-Chambertin – beides Winzer, die zeigen, was die Côte de Nuits zu bieten hat.


















