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Trapet Père & Fils

Jean-Louis Trapet, Winzer der Domaine Trapet Père et Fils

Als Arthur Trapet in den 1880er Jahren heimlich Reben auf amerikanische Unterlagen veredelte, war das illegal – und rettete Burgund vor der Phylloxera. Die Domaine Trapet Père et Fils in Gevrey-Chambertin trägt diesen Pioniergeist bis heute. Jean-Louis Trapet, siebte Generation, führt das Weingut seit den 1990er Jahren mit derselben Überzeugung: begleiten, niemals zwingen.

18,5 Hektar verteilen sich auf legendäre Lagen. Drei Grand Crus – Chambertin, Chapelle-Chambertin und Latricières-Chambertin – bilden das Herzstück. Seit 1996 arbeitet Jean-Louis biodynamisch, zertifiziert von Demeter. Die Weine? Keine Kraftpakete, sondern Eleganz pur. Aromatische Tiefe, feinkörniges Tannin, Terroir-Transparenz. Zusammen mit seiner Frau Andrée bewirtschaftet er auch das Trapet Alsace in ihrer Heimat Riquewihr.




Mehr über Trapet Père & Fils

Die illegale Rettung Burgunds

Die Geschichte der Trapets liest sich wie ein Krimi. Als die Reblaus in den 1880er Jahren Burgunds Weinberge vernichtete, griff Arthur Trapet zu einem verbotenen Mittel: Er veredelte seine Reben heimlich auf resistente amerikanische Unterlagen. Damals ein Verbrechen, heute Grundlage des modernen Weinbaus. 1888 wurde die Methode legalisiert – die Trapets waren ihrer Zeit voraus.

Sieben Generationen später führt Jean-Louis dieses Erbe fort. Sein Credo: „Les hommes passent et la terre reste“ – Menschen vergehen, das Land bleibt. Diese Demut prägt jeden Wein. Der Chambertin Grand Cru stammt von knapp zwei Hektar, aufgeteilt in drei Parzellen mit teilweise hundertjährigen Reben.

Jean-Louis Trapet bei den Barrique-Fässern im Weinkeller

Ostrea: Wenn Austern den Wein prägen

Der Name verrät das Geheimnis. Ostrea – lateinisch für Auster – bezeichnet die fossilen Austernschalen, die Jean-Louis in seinen Gevrey-Chambertin-Weinbergen fand. Diese Böden, einst Meeresboden, verleihen dem Gevrey-Chambertin Cuvée Ostrea seine unverwechselbare mineralische Signatur – salzig-kreidige Noten unter der Kirschfrucht.

Die Cuvée „1859″ hingegen erinnert an das Jahr, in dem die Familie den ersten Weinberg „en Dérée“ erwarb. Beide Weine zeigen, was Gevrey-Chambertin kann: Struktur ohne Schwere, Komplexität ohne Opulenz. Anders als viele Nachbarn, die auf Kraft setzen, wählt Trapet Finesse.

A Minima: Hommage an einen Rebellen

Jules Chauvet gilt als Vater der Naturweinbewegung. Jean-Louis‘ A Minima ist seine Verbeugung: ein Passetoutgrain – Pinot Noir und Gamay gemischt gepflanzt in einer Parzelle – komplett ohne Schwefelzugabe. Purismus im Glas. Dazu verzichtet er während Lese, Vinifikation und Ausbau gänzlich auf Schwefel, nur bei der Abfüllung kommt eine minimale Dosis hinzu.

Im Keller arbeitet Jean-Louis mit 50 bis 100 Prozent ganzen Trauben bei den Grand Crus. Neues Holz? Maximal 50 Prozent, bei den Villages nur 20 bis 25 Prozent. Das Ergebnis: Weine von seltener Reinheit, die ihr Terroir sprechen lassen. Nachbarn wie Charlopin-Tissier in der Côte de Nuits teilen diese Philosophie.

Traditioneller Weinkeller der Domaine Trapet mit Barrique-Fässern

Biodynamie als Überzeugung

Seit 1996 bewirtschaftet Jean-Louis biodynamisch – nicht als Marketing, sondern aus Überzeugung. Demeter-zertifiziert seit 2009, gehört er zu den Pionieren dieser Bewegung in Burgund, zusammen mit Größen wie Lalou Bize-Leroy und Dominique Lafon. Der Guide des meilleurs vins de France vergibt drei Sterne – die Höchstnote.

Das Geheimnis? Präzise Bodenarbeit, Beobachtung statt Intervention, sanfte Kellerarbeit mit Schwerkraft. Die Trauben werden begleitet, nie gezwungen. Wer diese Weine trinkt, versteht, warum Jean-Louis als „un pur et un doux“ gilt – rein und sanft. Gemeinsam mit Ehefrau Andrée, einer Elsässerin, führt er auch das Weingut Trapet Alsace in Riquewihr.

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