Ein biodynamisch erzeugter Spätburgunder aus Gevrey-Chambertin – puristisch, feingliedrig und von tiefgründiger Aromatik statt schwerer Opulenz geprägt.
Abfüller: Domaine Trapet, 53 route de Beaune, 21220 Gevrey-Chambertin / France
Im Glas
Farbe
Durchscheinendes Rubinrot mit granatfarbenem Rand – klassisch für einen elegant gereiften Pinot Noir aus Burgund.
Aroma
Rote Kirsche, Himbeere und Waldbeeren, dazu florale Noten von Veilchen, feine Würze und eine salzig-kreidige Mineralität, wie sie die kalkreichen, fossilienhaltigen Böden Gevreys prägen.
Geschmack
Trocken und schlank mit feinkörnigem Tannin, saftiger Kirschfrucht und lebendiger Säure; straffe Struktur ohne Schwere, langer, klar gezeichneter Abgang.
Charakter
Eleganz pur – kein Kraftpaket, sondern ein Wein von seltener Reinheit und Terroir-Transparenz, der seine Grand-Cru-Herkunft mit Finesse statt mit Wucht erzählt.
Dazu
Ideal zu gebratener Taube, Lammcarrée mit Kräuterkruste oder gereiftem Epoisses.
Besonderheiten
Aus einer der drei Grand-Cru-Lagen der Domaine, biodynamisch bewirtschaftet seit 1996 und Demeter-zertifiziert; Jean-Louis Trapet vinifiziert mit hohem Ganztraubenanteil und zurückhaltendem neuem Holz – Purismus, der den Wein „sprechen“ lässt.
Verkostungsnotiz
Charakter
Ein Grand Cru von leiser Größe: Der Chapelle-Chambertin 2021 von Trapet Père & Fils setzt auf Finesse statt Kraft, wie es Jean-Louis Trapets Credo vorsieht – begleiten, niemals zwingen. In der Nase dunkle Kirsche und rote Beeren, darunter eine feine Würze und erdig-mineralische Töne. Am Gaumen seidiges, feinkörniges Tannin, klare Säure und aromatische Tiefe ohne jede Opulenz. Ein Wein der Zurückhaltung, der mit Luft zunimmt und das Terroir sprechen lässt.
Terroir & Herkunft
Der Chapelle-Chambertin zählt zu den drei Grand Crus der Domaine in Gevrey-Chambertin an der Côte de Nuits – neben Chambertin und Latricières-Chambertin. Die Böden der Lage, einst Meeresboden mit fossilen Ablagerungen, prägen die mineralische Signatur dieser Weine: eine kreidig-salzige Ader unter der Frucht. Die Familie Trapet bewirtschaftet hier seit Generationen Weinberge; der Pioniergeist reicht bis zu Arthur Trapet zurück, der in den 1880er Jahren heimlich Reben auf amerikanische Unterlagen veredelte – damals verboten, heute Grundlage des modernen Weinbaus.
Rebsorte & Vinifikation
Reiner Pinot Noir, mit 13,0 % Vol. trocken ausgebaut. Jean-Louis Trapet arbeitet seit 1996 biodynamisch, seit 2009 Demeter-zertifiziert, und zählt damit zu den Pionieren dieser Bewegung in Burgund. Im Keller setzt er bei den Grand Crus auf 50 bis 100 Prozent ganze Trauben, behutsame Arbeit mit Schwerkraft und maximal 50 Prozent neues Holz. Das Ergebnis sind Weine von seltener Reinheit – Trapet gilt nicht umsonst als „un pur et un doux“: rein und sanft.
Speiseempfehlungen
Die elegante Struktur dieses Grand Crus braucht Küche von ähnlicher Feinheit: Taubenbrust auf Linsen, Rehrücken mit Preiselbeeren oder Entenbrust mit Rotweinjus sind klassische Partner. Auch geschmortes Rindfleisch, Steinpilzrisotto oder ein reifer Époisses stehen dem Wein ausgezeichnet. Wer ihn jung öffnet, gebe ihm Zeit in der Karaffe – oder Geduld im Keller, wo er über Jahre gewinnt.