Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Leicht getrübt, in einem Schimmer von Pink Grapefruit — ein Rosé, der sich nicht hinter Filterklarheit versteckt und schon im Glas seine ungestüme, lebendige Natur verrät.
- Nase
- Kompakt und aromatisch: wilde Himbeeren, Walderdbeeren, dazu Hagebutte, Teeblätter und ein Hauch weißer Pfeffer. Etwas Luft im Glas oder in der Karaffe öffnet das Bukett noch weiter und zeigt eine beeindruckende Facettenfülle.
- Gaumen
- Rotbeerige Frucht trifft auf anregende, kühle Säure und eine packende salzige Länge — und das alles bei beschwingten 10,5 % Vol.. Ein Wein mit Zug und Energie, der nichts vermissen lässt und mit seiner Leichtigkeit erstaunlich viel Tiefe vermittelt.
- Abgang
- Sauber, salzig und lang — mit einem Nachhall, der eher an einen kühlen mineralischen Weißwein denken lässt als an einen üppigen Rosé.
- Terroir & Herkunft
- Aus den Steillagen von Roßwag in Württemberg, wo blauer Muschelkalk ein geologisches Juwel bildet — Boden, wie man ihn eher im französischen Jura vermutet. Alte Trockenmauern, terrassierte Hänge und kühle Nächte sorgen für Spannung und frische Säurewerte.
- Rebsorte & Vinifikation
- Rein Lemberger (Blaufränkisch), Handlese — wie das Paar sagt: „gestampft und gefüllt“. Olympia Samara und Hannes Hoffmann, die sich an der Universität Geisenheim kennenlernten, bewirtschaften ihre 3,5 Hektar seit der Gründung 2014 nach biodynamischen Grundsätzen und sind seit 2018 Demeter-zertifiziert. Auf Bodenbearbeitung und schwere Maschinen verzichten sie; in jedem zweiten Rebgang blühen Wildkräuter.
- Speiseempfehlungen
- Solo ein Genuss — und ein Gewinn für die aromatische Frühlings- und Sommerküche: gegrilltes Gemüse mit Kräutern, Salat mit Ziegenkäse und Erdbeeren, Zitronenhähnchen, Tomaten-Burrata oder einfach frische Sardinenschmankerl an einem lauen Abend.
- Besonderheiten
- Dass aus einer roten Württemberger Rebsorte wie Lemberger ein Rosé von solcher kühler Klarheit und salziger Spannung entsteht, ist alles andere als selbstverständlich. Rosafaden zeigt, wie ernst Rosé sein kann, ohne seinen unbeschwerten Charme zu verlieren — ein Weingut, das biodynamische Konsequenz mit stilistischer Souveränität verbindet.


