Zum Inhalt springen

Roterfaden

Olympia Samara und Hannes Hoffmann - Weingut Roterfaden

Eine Griechin, ein Schwabe, eine Leidenschaft. Das Weingut Roterfaden in Roßwag verbindet mediterrane Leichtigkeit mit württembergischer Präzision. Auf seltenen Muschelkalkböden kultivieren Olympia Samara und Hannes Hoffmann seit 2014 biodynamische Weine auf 3,5 Hektar. Spontan vergoren und ungefiltert entstehen Lemberger mit souveräner Klarheit und Rieslinge mit rebellischem Charakter.




Mehr über Roterfaden

Blauer Muschelkalk – ein Terroir wie im französischen Jura

In den Steillagen von Roßwag liegt ein geologisches Juwel verborgen: blauer Muschelkalk, wie man ihn sonst eher im französischen Jura findet. Olympia Samara und Hannes Hoffmann erkannten sofort das Potenzial dieser mineralischen Böden, die ihren Weinen eine ganz besondere Spannung verleihen. Die alten Trockenmauern in den Terrassen erzählen von jahrhundertelanger Weinbautradition, während die Höhenlage für kühle Nächte und perfekte Säurewerte sorgt.

Steillagen-Weinberge von Roterfaden

Von Geisenheim nach Württemberg – eine ungewöhnliche Partnerschaft

Ihre Wege kreuzten sich an der renommierten Geisenheim Universität, wo die Griechin aus Thessaloniki und der Württemberger mit landwirtschaftlichen Wurzeln ihre gemeinsame Leidenschaft entdeckten. Nach Praktika bei österreichischen Biodynamik-Pionieren wie Claus Preisinger und Dorli Muhr sowie Stationen in Frankreich und Italien, lebten sie zunächst in Montpellier. Doch die 0,5 Hektar von Hannes‘ Großeltern mit alten Lemberger– und Riesling-Reben riefen sie zurück nach Württemberg.

Wildkräuter statt Maschinen – biodynamische Präzision

Seit der Gründung 2014 arbeitet Roterfaden biodynamisch und ist seit 2018 Demeter-zertifiziert. Ihre regenerative Landwirtschaft kommt gänzlich ohne Bodenbearbeitung aus. Statt schwerer Maschinen kommen elektrische Handmäher zum Einsatz, in jedem zweiten Rebgang wachsen Wildkräuter und Blütenmischungen. Green Harvesting gibt es nicht – „das sendet falsche Signale an die Reben“, erklärt das Paar. Stattdessen setzen sie auf frühe Ernte zur Säureerhaltung und arbeiten mit biodynamischen Präparaten aus Brennnessel, Kamille und Schafgarbe. Wie auch ihre Kollegen von Peter Jakob Kühn vertrauen sie vollständig auf die Demeter-Prinzipien.

Olympia Samara und Hannes Hoffmann bei der Arbeit

Lebendige Weine ohne Kompromisse

Im Keller herrscht das Prinzip des Nichteingreifens: Spontanvergärung mit wilden Hefen, Ausbau in alten Holzfässern, ungefilterte Abfüllung und minimale Schwefelung. Ihre 15.000 Flaschen pro Jahr tragen poetische Namen wie „rosafaden“ oder „Flora„, die Premium-Linie „Endschleifen“ vereint die komplexesten, lagerfähigen Gewächse. Der Lemberger Herzstück zeigt die souveräne Klarheit der Hauptrebsorte, während der Pinot Noir leicht und harmonieliebend daherkommt. Olympias Nebenprojekt „Herbarium“ dokumentiert die Heilpflanzen der Region und zeigt ihre tiefe Verbundenheit mit der Natur. Diese lebendigen Weine finden mittlerweile ihren Weg bis nach Berlin, Kopenhagen und New York.

de_DEDE