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Riesling 2023

Der Riesling 2023 von Carl-Friedrich L. Walther stammt aus der thüringischen Einzellage Kaatschener Dachsberg an der Saale-Unstrut und übersetzt den Verwitterungsmuschelkalk des nördlichsten Qualitätsanbaugebiets Deutschlands in einen trockenen, kühlen Wein mit 11,5 % Vol.

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Rebsorte
Riesling
Jahrgang
2023
Alkohol
11,5 % Vol.
Restsüße
trocken
Servieren
8–10 °C
Inhalt
0,75 l · enthält Sulfite
Artikelnummer
9912026003

Im Glas

  1. Farbe

    Helles, klares Goldgelb mit feiner restlicher Kohlensäure.

  2. Aroma

    Reifes und mürbes Kernobst, frisches Grün, zarte Brioche- und Bienenwachsnoten, Zitronenmelisse, Zitronenschale und ein Hauch Gestein.

  3. Geschmack

    Trocken und geradlinig mit feiner Phenolik, leichtem Grip und einer runden, zugleich druckvollen Säure; hell-fruchtige Noten von Kernobst und Agrumen, langer, präsenter Abgang.

  4. Charakter

    Schlank, kühl und mineralisch – Eleganz vor Wucht, mit dem steinigen Kern, der Walthers Handschrift ausmacht.

  5. Dazu

    Gebratener Fisch, junger Ziegenkäse, Spargel.

  6. Besonder­heiten

    22 Stunden Maischestandzeit mit Rappen, 20 Monate Vollhefelager im Edelstahl, minimal geschwefelt (10 mg/l), nicht filtriert und nicht geschönt – biozertifizierter Handwerkwein im Low-Tech-Stil.

Verkostungsnotiz


Man muss schon in den äußersten Nordosten Deutschlands reisen, um einen Riesling dieser Art zu finden: Saale-Unstrut, das nördlichste Qualitätsweingebiet des Landes, wo kalte Winter und lange, kühle Herbste den Wein in Grenz- und Form bringen. Carl-Friedrich L. Walther, an der Mosel gelernt und bei Klaus Zimmerling in Dresden geschult, presst seinen Riesling aus dem Kaatschener Dachsberg über viereinhalb Stunden in einer hölzernen Korbkelter – Geduld, die man schmeckt.

Farbe & Aussehen
Helles, klares Goldgelb, von einem ganz feinen Restkohlensäure-Schimmer durchzogen.
Nase
Offen und einladend: kerniges, reifes Kernobst neben frischem Grün, dazu Brioche und Bienenwachs vom langen Hefelager. Gartenkräuter wie Zitronenmelisse, Zitronenschale und ein kühler Hauch Gestein vervollständigen das Bild.
Gaumen
Trocken und geradlinig, mit feiner Phenolik und einer Säure, die zugleich rund ansetzt und dann Druck macht – die Kombination aus 22 Stunden Maischestandzeit und langem, sanftem Pressen trägt hier sichtbar Früchte. Aromatisch hell: Kernobst und Agrumen, hinterlegt von salziger Kühle.
Abgang
Lang und präsent, der leichte Gripp und die lebhafte Säure bleiben bis zuletzt im Gespräch.
Terroir & Herkunft
Die Einzellage Kaatschener Dachsberg liegt hoch über der Saale in Thüringen. Die Reben wurzeln in Verwitterungsmuschelkalk mit Lösslehm-Anteilen – karges, steiniges Terrain am klimatischen Rand des Weinbaus, das niedrige Alkoholwerte (hier 11,5 Vol.-%), wache Säure und klare Aromatik erzwingt.
Rebsorte & Vinifikation
Reiner Riesling, selektiv von Hand gelesen, mit 22 Stunden Maischestandzeit samt Rappen, 4,5 Stunden Korbkelter-Pressung und 20 Monaten Vollhefelager im Edelstahl. Vor der Füllung einmal abgezogen, minimal geschwefelt, nicht filtriert, nicht geschönt.
Speiseempfehlungen
Kühle, zurückhaltende Küche steht ihm am besten: gebratener Zander, junger Ziegenkäse, grüner Spargel oder eine Schale Misosuppe.
Besonderheiten
Ein Riesling aus der Low-Tech-Schule: biozertifizierter Handbau, Korbpresse, Geduld statt Technik. Ergebnis ist eine seltene Mischung aus Strenge und Anschmiegsamkeit – Norddeutschlands Antwort auf die Frage, wie leise ein großer Wein sprechen darf.

Wer cremige Opulenz sucht, sollte weiterziehen; wer Spannung und einen kühlen, steinigen Kern schätzt, wird diesen Wein noch lange im Mund haben – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn.

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