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Majas

Alain und Agnès Carrère vom Domaine de Majas im Roussillon

„Bio hat die Reben gerettet. Es hat uns gerettet.“ Diese Worte von Alain Carrère fassen zusammen, was Domaine de Majas heute ausmacht. Seine Familie baut hier seit dem 19. Jahrhundert Wein an, doch erst die Begegnung mit Tom Lubbe von Matassa brachte die Wende: weg vom Supermarktgeschäft, hin zu Weinen mit Herkunft.

30 Hektar in Caudiès-de-Fenouillèdes, am Fuß der Pyrenäen – das einzige als „bergig“ klassifizierte Weinbaugebiet im Roussillon. Carignan-Reben bis zu 120 Jahre alt, dazu Grenache, Macabeu und Chardonnay auf Schiefer und Vulkangestein. Weine mit niedrigem Alkohol, voller Mineralik, und dabei erstaunlich zugänglich.




Mehr über Majas

Vom Bankrott zur Befreiung

Die Geschichte des Domaine de Majas klingt wie ein Weinwunder. Alain Carrère erbte die Weinberge seines Vaters – uralte Carignan-Stöcke, gepflanzt lange vor der Reblauskatastrophe. Doch in den 1990ern diktierte der Markt andere Regeln: standardisierte Weine für Supermärkte, Preise so niedrig, dass die Familie kurz vor dem Ruin stand. „Ich sah keinen Ausweg“, erinnert sich Alain. Dann traf er Tom Lubbe.

Der Südafrikaner, Schwager von Gérard Gauby und selbst Kopf der legendären Domaine Matassa, erkannte sofort das Potenzial. 2007 begannen sie gemeinsam die Umstellung: alle 30 Hektar auf biologischen Anbau, keine kommerziellen Hefen, keine Zusatzstoffe, minimaler Schwefel. Tom wurde Berater, Freund und Mentor.

Weinberge des Domaine de Majas aus der Vogelperspektive

Das höchste Weingut im Roussillon

Caudiès-de-Fenouillèdes liegt dort, wo die Pyrenäen beginnen – das einzige als „bergig“ klassifizierte Terroir der gesamten Region. Die höchste Parzelle, Col de Ségas auf 420 Metern, liefert eine Cuvée aus uralten Reben, die als Col de Segas Vieille Vigne abgefüllt wird. Der Untergrund wechselt zwischen Schiefer, Vulkangestein und Kalkstein – jede Parzelle ein eigenes Mikroklima.

Die Rebsorten erzählen von Geschichte und Pragmatismus: Carignan dominiert, manche Stöcke über 120 Jahre alt. Dazu Grenache, die seltene weiße Macabeu, Chardonnay, Chenin und Rolle. Was in den 90ern als Zwang galt – Bordeaux-Rebsorten für den Supermarkt – fügt sich heute in ein komplexes Sortiment.

Minimalismus als Manifest

Im Keller verordnete Tom Lubbe den Carrères „gepflegten Minimalismus“. Vergoren wird in Betontanks, ohne Schnickschnack. Das Ergebnis: Weine mit niedrigem Alkohol bei überraschender aromatischer Dichte. Der Majas Rouge und Majas Blanc verkörpern diesen Stil zu fairem Preis. Wer es wilder mag, greift zum Majas Orange: vierzehn Monate Maischekontakt für intensives Aroma und fülliges Mundgefühl.

Blick auf das Domaine de Majas mit den Pyrenäen im Hintergrund

Agnès und Alain

Alain, groß und sonnengebräunt, wurde in Caudiès geboren und ist hier verwurzelt. Agnès stammt aus Paris – sie brachte den Blick von außen mit. Gemeinsam führen sie das Weingut seit 1992, gemeinsam wagten sie den Neuanfang. Heute stehen ihre Weine für das, was das Roussillon im besten Fall sein kann: trocken, mineralisch, ursprünglich – und mit offenen Armen empfangend.

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