Ein filigraner Spätburgunder von der Ahr, der trotz nur 11,5% Vol. Tiefe und Substanz besitzt. Von der Südsteillage mit Schiefer- und Grauwackeböden bringt er dunkle Frucht, florale Würze und burgundische Finesse ins Glas.
Cassis, dunkle Himbeere, Kirsche und Schlehdorn, darüber Rosen und Veilchen; darunter Gestein, Flechten, Teer, Süßholz, Pfeffer sowie Anklänge von Waldboden, Laub und warmem Torf.
Geschmack
Knackige Frucht und lebendige Säure, saftig und feinwürzig; geschmeidiges, feinkörniges Tannin, klarer und purer Ausdruck – leicht und beschwingt, zugleich kraftvoll und substanziell.
Charakter
Leichtfüßig, aber keineswegs leichtgewichtig: ein straffer, mineralischer Rotwein mit Strahlkraft und burgundischer Eleganz, der nach etwas Luft sein volles Potenzial zeigt.
Dazu
Passt wunderbar zu Entenbrust mit Kirschen, Pilzgerichten wie Steinpilzrisotto oder zartem Lammrücken in Kräuterkruste.
Besonderheiten
Biologisch und biodynamisch bewirtschaftete Steillage, spontane Vergärung in offenen Fermentern, Ausbau in gebrauchten Stück- und Halbstückfässern über zwei Winter, keine Chaptalisierung und nur minimale Schwefelzugabe vor der Füllung – Handwerk ohne Kompromisse aus einer Lage mit bis zu 70% Neigung.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Transparentes Granatrot, hell randig – ein Glas, das schon optisch verkündet: Hier zählt Finesse, nicht Opulenz.
Nase
Dunkel und vielschichtig. Die typische „Baltes-Reduktion“ bettet eine Frucht aus Cassis, dunkler Himbeere, Kirsche und Schlehdorn ein. Darüber schweben Rosen und Veilchen, darunter liegen Gestein, Flechten, etwas Teer, Süßholz, Pfeffer und Sanddorn. Anklänge von Waldboden, Laub und warmem Torf vervollständigen ein Bouquet, das sich erst nach etwas Luft vollständig öffnet.
Gaumen
Bei gerade einmal 11,5 Vol. % erstaunlich substanziell: knackige Frucht, lebhafte Säure, feine Würze, saftiger Zug. Das Tannin ist geschmeidig und feinkörnig, der Wein klar, pur und absolut geradlinig. Er schafft die rare Quadratur – leicht und beschwingt, zugleich kraftvoll. Sobald sich das anfänglich Reduktive verflüchtigt hat, zeigt sich ein großartiger Spätburgunder.
Abgang
Straff und mineralisch, mit einem Nachhall aus dunkler Frucht und kühl klingendem Gestein. Sauber, ohne jede Schwere.
Terroir & Herkunft
Der Dernauer Pfarrwingert liegt auf 130 bis 200 Metern mit durchgehend günstiger Hangneigung und Südausrichtung. Geprägt von Grauwacke- und Schieferverwitterungsböden mit Tonschieferanteilen. Schiefer speichert die Tageswärme, die kühlen Nächte des Ahrtals bewahren die Frische – die Grundlage für burgundische Finesse mit eigenständigem Charakter.
Rebsorte & Vinifikation
Spätburgunder, trocken. Die Trauben werden penibel ausgelesen und spontan in offenen Edelstahlfermentern vergoren. Der Ausbau erfolgt betont reduktiv in gebrauchten Stück- und Halbstückfässern über zwei Winter. Chaptalisiert wird längst nicht mehr; die einzige Zugabe sind minimale Schwefelmengen vor der Füllung.
Speiseempfehlungen
Zu Entenbrust mit Kirschjus, Rehrücken, Pilz-Risotto oder Thunfisch vom Grill eine ebenso leichte wie substanzielle Wahl.
Besonderheiten
Julia und Benedikt Baltes lesen früh und reif statt spät und üppig – so entsteht ein Spätburgunder von burgundischer Leichtfüßigkeit, der beweist, dass niedriger Alkohol und Tiefe kein Widerspruch sind. Ein Wein, der die Flutkatastrophe von 2021 wie das gesamte Gut überstanden hat und kühner denn je schmeckt.