Ein klassischer Bandol-Rotwein aus Mourvèdre und Cinsault, der mit seiner samtigen Textur und komplexen Aromatik die Handschrift des Hauses trägt. In der Magnumflasche präsentiert er sich besonders lagerfähig und entwicklungsfreudig.
Dunkle Früchte wie Sauerkirsche, Brombeere, Himbeere und Cassis treffen auf balsamische Würze, Teer, Lakritz und Graphit. Dazu Wacholder, Rosmarin, dunkle Schokolade und geröstete Kaffeebohnen – intensiv, aber filigran.
Geschmack
Saftig und kühl mit straffem, schlankem Körper und ordentlichem Trinkfluss. Die Graphitnote sorgt für ein lineares, kühlendes Korsett, während die 14,5% Vol. bestens integriert sind. Im Nachhall feintönig und rassig.
Charakter
Ein samtiger, komplexer Mourvèdre ohne Protzerei – kraftvoll, aber elegant, mit großartiger Balance und deutlichem Reifepotenzial.
Dazu
Saure Kalbszunge mit Linsen-Sherry-Vinaigrette, Ragout von der Lammkeule mit Mairübchen und Tomate oder geröstete Aubergine mit Curry-Joghurt, Granatapfel und Mandel.
Besonderheiten
Das Weingut thront auf blauem Trias-Mergel mit urzeitlichen Fossilien – geologisch vergleichbar mit Pétrus. Seit 2019 bio-zertifiziert, geprägt von jahrhundertealten Steinterrassen und der Nähe zum Mittelmeer.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Dichtes Purpur mit violetten Reflexen. Tief und undurchdringlich im Glas, ein Versprechen auf Konzentration.
Nase
Eine dunkle, fast geheimnisvolle Aromatik: Teer, Lakritz und Graphit treffen auf Wacholder, Rosmarin und dunkelste Schokolade. Dahinter geröstete Kaffeebohnen und eine Frucht, die von Sauerkirsche über Brombeere bis Cassis reicht. Trotz aller Dichte bleibt der Duft kühl und filigran.
Gaumen
Saftig und präzise, mit straffer Linie und bemerkenswerter Frische. Die Graphitnote verleiht dem Wein ein kühlendes, fast lineares Rückgrat. Die 14,5% Vol. trägt er mit erstaunlicher Leichtigkeit. Sauerkirsche und dunkle Beeren dominieren, dazu balsamische Würze. Das Tannin ist fein, der Trinkfluss beträchtlich.
Abgang
Lang und feintönig. Die Frucht bleibt rassig, die Würze hält sich dezent im Hintergrund. Ein Nachhall, der eher an Präzision als an Kraft denkt.
Terroir & Herkunft
Château de Pibarnon thront auf dem höchsten Punkt von Bandol, mit Blick bis zum Mittelmeer. Die Reben wachsen auf Restanques – jahrhundertealten, von Hand aufgeschichteten Steinterrassen – auf einzigartigem blauem Trias-Mergel mit urzeitlichen Fossilien. Geologisch erinnert dieser Boden an Pétrus. Jede Terrassenstufe bildet ein eigenes Mikroklima, zusammen ergeben sie ein Amphitheater aus rund 50 Hektar.
Rebsorte & Vinifikation
Mourvèdre dominiert, ergänzt um Cinsault. Die Mourvèdre zeigt sich hier von ihrer samtigen, komplexen Seite – ohne aggressive Kanten. Kellermeisterin Marie Laroze bringt seit 2008 burgundische Präzision in die Arbeit mit 220 Einzelparzellen. Seit 2019 ist das Gut bio-zertifiziert.
Speiseempfehlungen
Ein Wein für die Küche des Südens: Saure Kalbszunge mit Linsen-Sherry-Vinaigrette findet in seiner Würze einen ebenbürtigen Gegenpart. Ragout von der Lammkeule mit Mairübchen und Tomate greift die dunkle Frucht auf. Auch zu gerösteter Aubergine mit Curry-Joghurt, Granatapfel und Mandel eine spannende Wahl.
Besonderheiten
Die Magnumflasche schenkt diesem lagerfähigen Wein zusätzliche Zeit. Zehn Jahre Geduld werden belohnt, oft mehr. Éric de Saint Victor, seit 2000 am Ruder, versteht Mourvèdre als sinnliche, nie protzende Angelegenheit – das Ergebnis ist ein Bandol, der Kraft mit Anmut verbindet.