Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Leicht trübes, tiefes Goldgelb – eine Farbe, die zunächst an einen gereiften Wein denken lässt, sich aber als Charakteristikum der ungeschwefelten Vinifikation erweist.
- Nase
- Faszinierend vielschichtig: Nach einer initialen, leichten Reduktion entfaltet sich ein Bouquet von reifen Birnen, Äpfeln und Quitten, begleitet von Agrumen mit Zesten. Dazu gesellen sich feine Noten von Patisserie, Noisette und weißem Nougat, während im Hintergrund eine Spur rauchiges Holz mitschwingt. Eine elegante, kontrollierte Oxidation verleiht dem Wein zusätzliche Komplexität.
- Gaumen
- Hier zeigt sich die wahre Klasse dieses Weins: elegant, fein und saftig mit einer reifen, perfekt integrierten Säure. Die Textur ist paradox – gleichzeitig cremig und üppig, aber auch geradlinig und präzise. Eine seidige Struktur mündet in ein salziges Finale, das Länge und Frische garantiert. Bemerkenswert ist die Stabilität über Tage hinweg – der Wein entwickelt sich kontinuierlich weiter, statt zu kollabieren.
- Abgang
- Lang, salzig-mineralisch und von bemerkenswerter Präzision. Die Komplexität bleibt bis zum Schluss erhalten, während die Leichtigkeit trotz aller Fülle überrascht.
- Terroir & Herkunft
- Die Île des Vergelesses (9,41 ha) ist Pernands beste Premier-Cru-Lage mit Qualität auf Grand-Cru-Niveau. Der kiesel- und kalkhaltige rote Mergel mit hohem Eisenanteil ähnelt dem legendären Terroir des Corton-Hügels und verleiht den Weinen außergewöhnliche Mineralität und Struktur.
- Rebsorte & Vinifikation
- Chardonnay von 1985 und 1991 gepflanzten Reben (10.000 Stöcke/ha). Ganztraubenpressung, spontane Vergärung in überwiegend neutralen, mehrjährigen Barriques. 14 Monate Ausbau auf der Vollhefe ohne Bâtonnage, ungefiltert und ungeschwefelt direkt aus dem Fass abgefüllt.
- Speiseempfehlungen
- Wolfsbarsch en papillote mit Safran-Muschelfond, gegrillte Langusten im hellen Hühner-Fond mit Szechuan-Pfeffer und grünem Spargel, Gnocchi mit Zitronen-Beurre-Bordier, Salbei und Fenchelpollen.
- Besonderheiten
- Ein mutiger, eigenständiger Burgunder, der ohne Schwefelzusatz vinifiziert wurde – ein Risiko, das hier mit Bravour gemeistert wurde. Die Stabilität über mehrere Tage beweist die Qualität des Terroirs und die Präzision der Arbeit im Keller.





