Ein zehn Jahre in großen Eichenfässern gereifter Rotwein aus dem Marano-Tal, der das enorme Reifepotenzial klassischen Valpolicella aus Corvina, Corvinone und Rondinella eindrucksvoll beweist.
Dunkles Kirschrot mit aufhellendem Rand und rötlich-rustikalen Reflexen – die zehnjährige Reife ist bereits optisch ablesbar.
Aroma
Gereifte Sauerkirsche, Waldhimbeere und rote Johannisbeere treffen auf tiefe tertiäre Noten von Roter Bete, gerösteter Walnuss, Zimt, Kaffee und Bitterschokolade, fein durchzogen von dezentem Rauch.
Geschmack
Ausgewogen und umamibetont mit lebendiger Säure, fein pelzigem Tannin und einem überraschend frischen Apfelton; langer, saftiger Nachhall voller Eleganz.
Charakter
Tiefgründig und ruhig, dabei erstaunlich animierend – ein Wein, der gereifte Tiefe mit jugendlicher Frische auf selten gelungene Weise verbindet.
Dazu
Geschmorte Rindfleischgerichte, Wildpilz-Risotto und gereifter Hartkäse wie Parmigiano Reggiano.
Besonderheiten
Aus den besten Früchten der Hanglage Casal Vegri (150–300 m, Tonkalkstein) gekeltert, die sonst Amarone-Qualität erreicht hätten; nach rund zehn Jahren Fass- und Flaschenreife freigegeben – ein seltener Beweis, wie groß Valpolicella ohne Appassimento altern kann.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Dunkles Kirschrot mit aufhellendem Rand und rötlich-rustikalen Reflexen – die zehnjährige Reife kündigt sich bereits im Glas an.
Nase
Die Primärfrucht ist in den Hintergrund getreten, ohne ihren Ursprung zu verleugnen: Sauerkirsche, Waldhimbeere und rote Johannisbeere tragen eine tiefgründige, tertiäre Aromatik. Eine eindrucksvolle Note von Roter Bete lenkt den Wein in würzige Gefilde, dazu geröstete Walnuss und Haselnuss, feine Anklänge an Zimt und geschmorte Pflaume. Kaffee und fein geriebene Bitterschokolade fügen sich nahtlos ein, ein feiner Rauchton zieht sich elegant durch das Bouquet.
Gaumen
Beeindruckend ausgewogen und ausgesprochen umamibetont. Die markante Säure verleiht Frische und Spannung, ein feines, angenehm pelziges Tanningerüst sorgt für Struktur – und wird von der lebendigen Säure immer wieder aufgebrochen. Ein frischer Apfelton setzt reizvolle Kontraste zu den erdigen und gerösteten Nuancen und verleiht Saftigkeit.
Abgang
Lang, saftig und fein gezeichnet – bis zum letzten Moment von Eleganz und Trinkfreude geprägt.
Terroir & Herkunft
Die terrassierten Weinberge von Cà la Bionda liegen im Marano-Tal in 150 bis 300 Metern Höhe mit ost-südöstlicher Ausrichtung – Voraussetzung für eine langsame, gleichmäßige Reifung. Der Boden aus Tonkalkstein, reich an Kalzium und mit erheblichem Gesteinsanteil, schenkt den Weinen Frische und Finesse. Seit 2012 wird biologisch gewirtschaftet, zwischen den Rebzeilen grasen seltene Brogna-Schafe.
Rebsorte & Vinifikation
70 % Corvina, 20 % Corvinone, 10 % Rondinella und Molinara – das klassische Quartett des Valpolicella. Nach der Gärung ruht der Wein ganze zehn Jahre in großen Eichenfässern, bevor er als Decennale auf die Reise geht.
Speiseempfehlungen
Seine würzige, erdige Tiefe verlangt nach Substanz: geschmorte Ochsenbacken, Risotto mit Steinpilzen, Entenconfit oder ein Stück reifen Montasio. Auch zu Wildgerichten mit dunkler Sauce eine Glanzleistung.
Besonderheiten
Als eines der wenigen Güter hat Cà la Bionda die Amarone-Produktion bewusst reduziert – die besten Früchte dieser Parzelle fließen in den Valpolicella statt in den Appassimento-Wein. Der Decennale zeigt, welches Reifepotenzial ein klassischer Valpolicella besitzt: zehn Jahre Geduld, dafür ein Wein von seltener Tiefe und jugendlicher Zugkraft zugleich. Ganz die Handschrift von Alessandro Castellani, der Corvina als wilden Pinot Noir versteht – nicht zu bändigen, sondern zu deuten.