Komplex und noch jugendlich verschlossen; mit Luft zeigen sich Zitrusnoten, grüner Apfel, Zitronenmelisse und Holunderblüte — darüber purer Schiefer, intensive Steinmineralität und rauchige Anklänge.
Geschmack
Feine Süße trifft auf erfrischende Säure und delikate Zitrus-Apfelfrucht; leichte 7,5% Vol. sorgen für enormen Trinkfluss.
Charakter
Klassische, präzise Mosel-Spätlese mit Tiefe und Noblesse — jetzt noch verschlossen, wird dieser Wein über die nächsten Jahre wunderbar reifen.
Dazu
Würzige asiatische Küche, Desserts mit Steinobst oder Zitrusfrüchten und gereifter Blauschimmelkäse.
Besonderheiten
Terrassierte Steillage mit rund 80% uralten, wurzelechten Rieslingstöcken; biologisch bewirtschaftet, reine Handarbeit und schonende Kellertechnik mit Spontangärung im Edelstahlfass — ein Spiegel des blauen Devonschiefers.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Helles Strohgelb mit deutlichen grünen Reflexen – jugendlich, klar, glänzend.
Nase
Noch verschlossen, wie es sich für eine junge Spätlese gehört. Mit etwas Luft treten Zitrusfrucht, grüner Apfel, Zitronenmelisse und Holunderblüte zu Tage. Dominant jedoch ist der purrige Schiefer: eine intensive, steinige Mineralität mit fein rauchigen Anklängen, die dem Wein Noblesse verleiht.
Gaumen
Feinste Süße, getragen von einer straffen, erfrischenden Säure. Dazu delikate Zitrus- und Apfelfrucht, leichtfüßig bei nur 7,5 % Vol. – der klassische Mosel-Spagat aus Lieblichkeit und Präzision. Wer jetzt trinkt, erlebt Frische; wer wartet, wird mit tieferer Verschränkung von Frucht und Schiefer belohnt. Ein paar Jahre Geduld lohnen sich.
Abgang
Lang, kühl und mineralisch geprägt; die Süße verabschiedet sich sauber, der Schiefer bleibt.
Terroir & Herkunft
Die Enkircher Ellergrub an der Mittelmosel gehört zu den stillen Schätzen der Region: terrassierte Steillage auf blauem und grauem Devonschiefer, mit Hangneigungen bis zu 70 % – hier ist jeder Handgriff im Weinberg reine Handarbeit. Weniger berühmt als die großen Namen der Mittelmosel, besitzt die Lage deren volles Potenzial.
Rebsorte & Vinifikation
Reinrassiger Riesling von überwiegend wurzelechten Rebstöcken, viele davon über 100 Jahre alt – ein Rebgut, das sonst kaum ein Moselgut so umfangreich besitzt. Spontangärung im 500-Liter-Edelstahlfass, ganz ohne Klär- oder Schönungsmittel, Abstich ebenfalls im Stahl. Konstantin Weiser und Alexandra Künstler führen ihr Vier-Hektar-Gut komplett in Eigenregie und biologischer Bewirtschaftung.
Speiseempfehlungen
Die reizvolle Süße-Säure-Spannung prädestiniert diesen Wein für asiatische Gerichte mit Chili-Schärfe, etwa Thai-Curry oder Szechuan-Küche. Auch zu reifem Blauschimmelkäse, geräucherter Forelle oder einem Zitronen-Dessert eine feine Wahl.
Besonderheiten
Seit 2005 bewirtschaften die Quereinsteiger Weiser und Künstler ihre Parzellen – rund 80 % davon mit wurzelechten, teils über 100 Jahre alten Reben, dem höchsten Anteil dieser Art an der Mosel. Als Mitglieder des »Klitzekleinen Rings« setzen sie sich für den Erhalt alter Rieslingstöcke ein. Diese Spätlese ist das Ergebnis: ein Wein von selten lebendiger Spannung, der in ein paar Jahren erst zeigen wird, was wirklich in ihm steckt. Bis dahin bleibt er ein vielversprechendes Rätsel im Glas – und jede offene Flasche eine Probe aufs Exempel.