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Weiser-Künstler

Eine weise Eule ziert die antik-blauen Schlegel-Flaschen. Das Weingut Weiser-Künstler zeigt seit 2005, was passiert, wenn Quereinsteiger ohne Familientradition behutsam uralte Reben übernehmen. Konstantin Weiser und Alexandra Künstler bewirtschaften ihre vier Hektar an der Mittelmosel komplett in Eigenregie. Das Besondere: über 80% wurzelechte Reben, viele davon über 100 Jahre alt – ein kostbarer Schatz in den Steillagen um Enkirch und Traben-Trarbach.
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Wenn Quereinsteiger zu Hütern alter Reben werden
Während andere Moselwinzer Generationen von Familienwissen in die Wiege gelegt bekommen, mussten sich Konstantin und Alexandra alles erarbeiten. Sie starteten 2005 mit bescheidenen 1,8 Hektar und wuchsen behutsam auf vier Hektar. Das Entscheidende: Sie übernahmen wurzelechte Rieslingreben, die teilweise über 100 Jahre alt sind und nie auf amerikanische Unterlagsreben veredelt wurden. Diese Raritäten machen 80% ihrer Rebfläche aus – ein Anteil, den kaum ein anderes Weingut an der Mosel vorweisen kann.
Konstantin sammelte sein Handwerk bei renommierten Betrieben wie Immich-Batterieberg an der Mosel, Leitz im Rheingau und Minges in der Pfalz. Alexandra brachte ihre fränkischen Wurzeln mit. Gemeinsam entwickelten sie einen Stil, der die klassische Moseleleganz mit kompromisslos biologischem Anbau verbindet.
Steile Lagen, blauer Schiefer, pure Handarbeit

In den Lagen Enkircher Ellergrub, Enkircher Steffensberg, Trabener Gaispfad, Trarbacher Schlossberg und Wolfer Sonnenlay gedeiht der Riesling auf blauem und grauem Devonschiefer. Die Steillagen erreichen bis zu 70% Neigung – hier ist jeder Arbeitsschritt reine Handarbeit. Alexandra und Konstantin machen wirklich alles selbst: Von der morgendlichen Kontrolle im Weinberg über die Lese bis zur Etikettierung der Flaschen.
Diese Philosophie der Eigenständigkeit verbindet sie mit Kollegen wie Clemens Busch, der ebenfalls beweist, wie kraftvoll biologisch bewirtschaftete Moselreben sein können. Weiser-Künstler sind Mitglied im „Klitzekleinen Ring“, einer Vereinigung, die sich dem Erhalt alter Rieslingreben verschrieben hat.
Spontangärung und geduldige Reifung

Im Keller setzen Weiser-Künstler konsequent auf Spontangärung und langes Hefelager. Die trockenen Rieslinge reifen in traditionellen Mosel-Fudern, während die restsüßen Weine in Edelstahltanks vergären. Diese behutsame Vinifikation lässt das Terroir der verschiedenen Schieferböden optimal zur Geltung kommen.
Der Trabener Gaispfad Riesling Kabinett trocken 2024 zeigt exemplarisch die mineralische Klarheit der Devonschieferböden, während der Riesling Ellergrub „Grosse Eule“ 2022 die Konzentration der wurzelechten Reben widerspiegelt.
Klassik mit eigenständigem Charakter
Das Spektrum reicht von feintrockenen Kabinetten bis zu edelsüßen Auslesen. Jeder Wein trägt unverkennbar die Handschrift des Paares: präzise, elegant, mit der charakteristischen Mosel-Mineralität, aber nie glatt oder austauschbar. Der Riesling Steffensberg 2023 etwa kombiniert jugendliche Frische mit der Tiefe alter Reben.
Die weise Eule auf den Etiketten wacht über Weine, die beweisen: Manchmal braucht es keine Jahrhunderte alte Familientradition, sondern nur den Mut, alte Reben mit modernem Wissen und unendlicher Sorgfalt zu pflegen.







