Weinbeschreibung für Ahrweiler Forstberg 2023 von Bertram-Baltes
- Farbe & Aussehen
- Transparentes, leuchtendes Rubinrot – klar und von feiner Dichte, wie man es von einem präzise gearbeiteten Spätburgunder erwartet.
- Nase
- Die Nase zeigt sich zunächst zurückhaltend, fast introvertiert – und gerade darin liegt ihr Reiz. Die charakteristische reduktive Handschrift des Hauses Bertram-Baltes fügt sich hier harmonisch ein, anstatt zu dominieren. Sie bildet den Rahmen für reife Walderdbeeren, dunkle Himbeeren, einen Hauch Kirsche und den leicht herben Akzent von Granatapfel. Ein zarter Anklang von Vanille rundet das Bouquet ab, ohne dass das Holz je in den Vordergrund träte.
- Gaumen
- Am Gaumen offenbart der Forstberg eine bemerkenswerte Feinkörnigkeit der Tannine – seidig, aber mit festem Kern. Die Frucht ist saftig und dunkel, getragen von einer hellen, agilen Säure, die dem Wein Spannung und Frische verleiht. Dazu gesellt sich eine spürbare Mineralität, die unverkennbar auf den Grauwacke- und Schiefer-Böden des Forstbergs fußt. Ein Wein, der bereits jetzt Gleichgewicht zeigt, aber eindeutig noch nicht am Zenit angelangt ist.
- Abgang
- Mittellang, sauber und von angenehmer Frische – die Mineralität klingt nach, begleitet von einem leisen Fruchtecho. Ein Abgang, der Lust auf den nächsten Schluck macht.
- Terroir & Herkunft
- Der Ahrweiler Forstberg erstreckt sich ins Tal der Elig, auf 120 bis 190 Metern Höhe in südwestlicher Exposition. Die Böden sind geprägt von Grauwacke und Schiefer, teils mit Lösslehm durchsetzt – ein stark lehmiger Oberboden, der dem Wein Fülle und Textur mitgibt. Ein Lagencharakter, der unübersehbar ist.
- Rebsorte & Vinifikation
- Reinsortiger Spätburgunder (Pinot Noir), biologisch und biodynamisch bewirtschaftet nach den Grundsätzen der Permakultur. Spontanvergärung in offenen Edelstahlfermentern, Ausbau in gebrauchten Stück- und Halbstückfässern über zwei Winter. Kein Chaptalisation, minimaler Schwefelzusatz vor der Füllung – ein Naturwein im besten Sinne: kompromisslos, aber handwerklich makellos. Mit nur 11,0 % Alkohol ein Wein von erfrischender Leichtigkeit.
- Speiseempfehlungen
- Ideal zu Entenbrust mit Kirschsauce, Lammkarree mit Kräuterkruste oder einem klassischen Coq au Vin. Auch zu gereiftem Ziegenhartkäse oder Pilzrisotto mit Trüffelöl eine elegante Begleitung.
- Besonderheiten
- Julia Bertram und Benedikt Baltes gehören zu den aufregendsten Winzerpersönlichkeiten der Ahr – ihr konsequent naturnaher Ansatz und der unverwechselbare reduktive Stil haben dem Weingut internationales Renommee eingebracht. Der Forstberg ist ein Lagenwein, der Geduld belohnt: Drei bis sieben Jahre Kellerreife dürften seine Balance weiter verfeinern.






