Ein handwerklich vinifizierter Spätburgunder aus dem Kraichgau, der mit tiefer Frucht und mineralischer Finesse die burgundische Handschrift des Weinguts zeigt.
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Abfüller: Weingut Forgeurac, Leostr. 1, 68789 St. Leon-Rot / Germany
Im Glas
Farbe
Gedecktes Granatrot mit feinen Aufhellungen zum Rand hin.
Aroma
Saftige schwarze Kirschen, Brombeeren und dunkles Pflaumenmus treffen auf edle dunkle Schokolade, Nelke, Zimt, Anis und Kardamom – untermalt von rauchiger Mineralität und floraler Duftigkeit.
Geschmack
Konzentriert und tiefgründig mit dunkler Frucht, mineralischer Finesse und perfektem Grip; charmant und küchenfreundlich mit intensivem Nachhall.
Charakter
Eigensinnig und stur – ein Spätburgunder, der nach seinem steinigen Keuper-Boden schmeckt und nicht nach Herkunftsklischees; kraftvoll, aber mit burgundischer Eleganz.
Dazu
Geschmorte Rinderbacken mit Rotweinjus, Wildgulasch mit Pilzen, kräftige Pilzgerichte oder Entenbrust mit würziger Sauce.
Besonderheiten
Aus 100% ganzen Trauben spontan vergoren, auf antiker Korbkelter gepresst und in gebrauchten Barriques ausgebaut; ohne Schönung und Filtration, maximal 30 mg Schwefel – radikal handwerklich aus dem Gewölbekeller einer alten Schmiede.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Gedecktes Granatrot, das sich zum Glasrand hin zart aufhellt – ein Versprechen von Konzentration und zugleich jugendlicher Frische.
Nase
Ein Duftbild von betörender Tiefe: saftige schwarze Kirschen und Brombeeren treffen auf dunkles Pflaumenmus und edle hochprozentige Schokolade. Darunter liegt ein feines Gespinst aus Nelke, Zimt, Anis und Kardamom, durchzogen von einer rauchigen Mineralität, die an feuchten Schiefer denken lässt, und einer floralen Duftigkeit, die den ersten Schluck zur unausweichlichen Folge macht.
Gaumen
Hier zeigt der Wein seine eigensinnige Statur: konzentriert, mit tiefer Fruchtigkeit und einer mineralischen Finesse, die an Burgund erinnert, ohne dessen Preisschild zu tragen. Das Tannin besitzt perfekten Grip – strukturiert, aber niemals hart. Ein Spätburgunder von echter Substanz, der mit 13,5 % Alkohol Kraft und Eleganz in Balance hält.
Abgang
Lang und präzise, geprägt von dunklen Beeren und einem Nachhall von Gewürzen und Stein. Ein Finale, das nach konzentrierten Saucen und intensiven Beilagen ruft.
Terroir & Herkunft
Die Lage Stein in Rauenberg im Kraichgau ist ein Relikt: eine alte Spätburgunder-Parzelle, deren Boden zum Keuper gehört. Rotes Tongestein verbindet sich hier mit Dolomitstein, einem harten Kalkstein, der nur langsam verwittert. Der Boden ist äußerst steinig, reich an Kieseln, während die Tonschichten mineralstoffreich sind und die Reben zuverlässig versorgen. Es ist ein Terroir, das nach Sellerie und Karotten riecht – und Weine von ungewöhnlicher mineralischer Prägung hervorbringt.
Rebsorte & Vinifikation
100 % Spätburgunder, vinifiziert mit einer Radikalität, die ihresgleichen sucht. Die Trauben wurden zu 100 % als ganze Trauben in kleinen Holzbottichen vergoren, kurz mit den Füßen gemaischt und rund drei Wochen in moderater Pigeage auf der Maische belassen. Gepresst wurde auf einer antiken Korbkelter, der Abzug erfolgte per Falldruck über das Broquereau. Der Ausbau fand ausschließlich in gebrauchten Barriques und Pièces statt – ohne Hefen, Enzyme, Schönung oder Filtration. Maximal 30 mg Schwefel kamen hinzu.
Speiseempfehlungen
Ein Wein, der die Küche fordert: geschmorte Lammkeule mit dunkler Jus, Wildterrine mit Preiselbeeren, Entenbrust mit Rotkohl oder kräftiger Pilzragout mit Polenta. Auch zu hartem Bergkäse eine Offenbarung.
Besonderheiten
Was diesen Wein auszeichnet, ist die Verbindung von radikalem Handwerk und vergessener Lage. Forgeurac keltert ohne Maschinen, ohne Pumpen, ohne Filter – in einem Keller aus dem 17. Jahrhundert unter einer alten Schmiede. Der Stein ist ein Spätburgunder, der nicht deutsch schmecken will, sondern nach seinem Boden: nach rotem Ton, Dolomit und Kiesel. Ein Wein von Henri-Jayer’scher Präzision, gemacht von zwei Musikern, die ihr Instrument gewechselt haben.