Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Ein blasses, klares Rosé mit feinem Schimmer – ganz im hellen Stil der südfranzösischen Vorbilder.
- Nase
- Klassisch elegante Provence-Anmutung: rote Johannisbeeren, Grapefruit, weiße Pfirsiche und Mirabellen, dazu ein Anklang von Garrigue-Kräutern, weißen Blüten und einem Hauch zerstoßenem Kalkstein. Saftige Frucht, aromatisch und fein gezeichnet.
- Gaumen
- Zunächst spielerisch leicht im Saint-Tropez-Stil, dann mit überraschender Substanz: Struktur, feine Textur und angenehme Tiefe. Frische Säure, Mineralität und ein feiner Grip geben Halt – Charme mit Rückgrat.
- Abgang
- Klar, kühl-mineralisch und mit zartem Kräuternachhall – ein Finale, das eher an Höhenluft als an Mittelmeerschwüle denkt.
- Terroir & Herkunft
- Chêne Bleu liegt am Mont Ventoux auf 550 bis 630 Metern Höhe – die Weinberge dieses Rosés wurzeln in Lehm und Kalkstein auf rund 530 Metern. Tagsüber mediterrane Wärme, nachts deutliche Abkühlung: Diese natürliche Klimaanlage verlängert die Reifezeit und schenkt den Weinen eine Frische, die eher an die Nord-Rhône erinnert, bei südlicher Fülle.
- Rebsorte & Vinifikation
- Direktpressung aus Grenache Noir – teils von rund 60 Jahre alten Reben – und Mourvèdre. Spontan vergoren und in gebrauchten Fässern ausgebaut, bleibt die Frucht unverstellt und die Textur fein. Trocken, mit moderaten 12,5 % Vol.
- Speiseempfehlungen
- Ideal zu gegrillten Sardinen, Salade Niçoise, Ziegenkäse mit Lavendelhonig oder einer Tomaten-Tarte. Auch solo auf der Terrasse eine erste Wahl.
- Besonderheiten
- Hinter Chêne Bleu steckt eine ungewöhnliche Geschichte: Xavier Rolet, ehemaliger CEO der Londoner Börse, und seine Frau Nicole restaurierten seit 1993 ein Kloster aus dem 9. Jahrhundert und bauen dort biodynamisch an. Dass ein Rosé von alten Grenache-Reben in dieser Höhenlage so viel Tiefe bei so viel Leichtigkeit zeigt, ist die eigentliche Überraschung im Glas.



