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Chêne Bleu

Nicole Rolet, Besitzerin von Chêne Bleu

Ein 12 Meter tief in massiven Fels gehauener Weinkeller, ein ehemaliger CEO der Londoner Börse als Winzer und Weine aus dem höchstgelegenen Weinberg der Region: Das Weingut Chêne Bleu am Mont Ventoux vereint mittelalterliche Geschichte mit moderner Weinkunst. Seit 1993 verwandeln Xavier und Nicole Rolet das 600 Jahre alte Kloster Domaine de la Verrière in ein biodynamisches Juwel auf 630 Metern Höhe. Jean-Louis Gallucci vinifiziert hier Grenache und Syrah mit der Präzision eines Grand Cru, unterstützt von Zelma Long und Philippe Cambie. Die kühlen Nächte schenken den Weinen eine Nord-Rhône-Frische bei südlicher Fülle – eine Kombination, die Michel Bettane als „Geburt eines neuen Grand Cru“ feierte.




Mehr über Chêne Bleu

Von der Börse zum Biodynamie-Pionier

Die Geschichte von Chêne Bleu beginnt mit einer ungewöhnlichen Entscheidung: Xavier Rolet, damals CEO der London Stock Exchange, verliebte sich 1993 in eine verlassene Klosterruine am Mont Ventoux. 45 Jahre hatte das Priorat aus dem 9. Jahrhundert ohne Wasser und Strom in einem Erbstreit gelegen. Gemeinsam mit seiner Frau Nicole, einer ehemaligen Politikberaterin, verwandelte er das UNESCO-geschützte Anwesen in zehn Jahren minutiöser Restaurierung zurück zu seinem ursprünglichen Glanz. Heute ist Xavier nicht nur Winzer, sondern auch Imker auf dem Gut – die Bienen sind wichtiger Bestandteil der biodynamischen Philosophie, die Chêne Bleu seit den Anfängen prägt.

Weinberg von Chêne Bleu in den Dentelles de Montmirail

Höhenrausch am Mont Ventoux

Auf 550 bis 630 Metern Höhe entstehen hier Weine mit einer einzigartigen Klimasignatur: Während die Sonne tagsüber mediterrane Wärme spendet, sorgen die kühlen Nächte für eine verlängerte Reifezeit und bemerkenswerte Frische. Diese natürliche Klimaanlage liegt auf derselben geografischen Breite wie Châteauneuf-du-Pape, doch die Höhenlage macht den entscheidenden Unterschied. Winemaker Jean-Louis Gallucci, der seine Erfahrungen aus der Loire und Italien mitbringt, nutzt diese Besonderheit für Weine wie den Viognier IGP 2023 – eine kristalline Interpretation der sonst oft opulenten Viognier-Traube. Auch das benachbarte Weingut Saint Jean du Barroux profitiert von den besonderen Bedingungen am Ventoux.

Abélard & Héloïse – Liebe in Flaschenform

Die Flaggschiff-Cuvées tragen die Namen des berühmtesten mittelalterlichen Liebespaars: Abélard & Héloïse. Diese Weine entstehen in einem 12 Meter tief in den Fels gehauenen Keller mit Gravity-Flow-System auf vier Ebenen – kein Pumpen, keine mechanische Belastung. Jede Parzelle wird separat vinifiziert, die Trauben zweifach selektiert. Das Ergebnis sind Weine wie der Astralabe rouge AOC 2019, der die burgundische Präzision mit der Kraft der Rhône vereint. Michel Bettane bezeichnete diese ersten Jahrgänge als „Geburt eines neuen Grand Cru“.

Domaine de la Verrière, Heimat von Chêne Bleu

Haute Couture statt Massenware

Bewusst verzichtet Chêne Bleu auf die AOC-Klassifizierung und wählt stattdessen IGP Méditerranée – pure Freiheit für kompromisslose Qualität. Nicole Rolet, die ihre Weinausbildung an der UC Davis absolvierte und als Chevalier de Tastevin ausgezeichnet wurde, bezeichnet ihre Philosophie als „Haute Couture des Weinbaus“: maßgeschneidert, perfekt sitzend, niemals von der Stange. Unterstützt werden die Rolets dabei von einem Dreamteam der Weinwelt: Zelma Long (ehemalige Robert Mondavi-Kellermeisterin), Philippe Cambie (Rhône-Papst) und den Bodenexperten Claude & Lydia Bourguignon. Das Ergebnis dieser Zusammenarbeit zeigt sich in Weinen wie dem Aliot AOP 2021, der die ganze Finesse des Terroirs in die Flasche bringt.

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