Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Tiefes Granatrot, leicht durchscheinend — die klassische Transparenz des Pinot Noir, die Tiefe verspricht, ohne zu täuschen.
- Nase
- Frisch und von feiner, fast süßlicher Hefenote umwoben. Berberitze und Cranberry dominieren, dazu Sauerkirsche und ein Hauch Süßkirsche. Ätherische Noten schweben darüber — ein Wein, der seinen Jahrgang nicht preisgibt, sondern in sich ruht.
- Gaumen
- Saftig und lebendig, mit einer deutlichen, aber elegant eingebundenen Säure. Die Textur ist geschmeidig, die Frucht von feiner Extraktsüße getragen. Ein Wein von Energie und Präzision, der bereits jetzt Freude macht, aber noch etwas Zeit verdient.
- Abgang
- Herb und von feiner Struktur — noch etwas verschlungen, aber das ist die Einladung zur Geduld. Hier steckt Potenzial.
- Terroir & Herkunft
- Fünf Parzellen auf zwei Hektar in Volnay, am unteren und oberen Hang gelegen. Die Rebstöcke sind im Schnitt 34 Jahre alt, wurzeln in tiefgründigen, tonhaltigen Böden auf Kalksteinsockel. Thomas Bouley arbeitet organisch ohne Siegel, mit biodynamischen Einflüssen — Präzision im Weinberg ist sein Credo.
- Rebsorte & Vinifikation
- Pinot Noir, vollständig entrappt, Gärung in offenen Gärständern. Der Ausbau erfolgte über 18 Monate in Barriques, der Neuholzanteil liegt bei moderaten 25% — Holz als Rahmen, nicht als Dominanz.
- Speiseempfehlungen
- Reh mit Roter Bete, Olive, Kirsche und Lakritze — die Frucht des Weins spiegelt sich in der Kirsche, die Säure balanciert die Erde der Bete. Oder Rebhuhnfrikassee mit Steinpilzen: die Cremigkeit umarmt die seidige Textur. Für Gemüseliebhaber: Risotto mit geröstetem Wurzelgemüse und Genmai Miso — die Umami-Tiefe des Miso trifft auf die lebendige Frucht.
- Besonderheiten
- Ein Volnay, der die Finesse der Appellation zeigt, ohne auf Kraft zu verzichten. Die Kombination aus alter Rebanlage, kühler Frucht und zurückhaltendem Holzeinsatz macht ihn zum idealen Einstieg in die Welt der Bouleys — und zum Beweis, dass Eleganz keine Schwäche ist.




