
Ende des 10. Jahrhunderts von Mönchen der Abtei Cluny gegründet, ist Clos du Moulin aux Moines eines der ältesten Weingüter Burgunds. Seit 2008 führt Willy Roulendes die Domaine in Auxey-Duresses, westlich von Meursault am Eingang eines Seitentals, zu neuer Größe. 16 Hektar biodynamisch bewirtschaftete Weinberge in rund zwanzig Appellationen, darunter drei Monopol-Lagen. Klassische burgundische Weinbereitung in jahrhundertealten Kellern.
Mehr über Clos du Moulin aux Moines
Ein Jahrtausend Geschichte

In Auxey-Duresses, westlich von Meursault am Eingang eines Seitentals der Côte de Beaune, liegt das Clos du Moulin aux Moines. Die Geschichte beginnt Ende des 10. Jahrhunderts mit Mönchen der Abtei Cluny. Sie wählten den Ort wegen des Bachs Ruisseau des Cloux, der ihre Mühle antrieb, und legten einen Hof mit Taubenturm, Backofen, Molkerei und Obstgarten an, der die Nachbardörfer versorgte. In über tausend Jahren hatte das Anwesen nur fünf Eigentümer; heute gehört es der Familie Rollin. Das imposante Hauptgebäude überblickt drei Hektar ummauerte Weinberge – ein klassisches burgundisches „Clos“, das dem Weingut seinen Namen gab. Die Keller stammen aus dem 11. und 15. Jahrhundert; hier reifen die Weine wie seit Generationen.
Biodynamie und Tradition
Seit 2008 ist das Weingut unter neuer Führung und so qualitätsorientiert wie nie zuvor. Willy Roulendes hat die Weinberge auf biologische und biodynamische Bewirtschaftung umgestellt: 2011 war der erste biozertifizierte Jahrgang, 2021 der erste biodynamisch zertifizierte. Die Anfang 2022 hinzugekauften Parzellen in Meursault und Puligny-Montrachet sind in Umstellung und ab dem Jahrgang 2025 zertifiziert. Die Arbeit im Weinberg erfolgt per Hand oder mit Hilfe von Pferden – Chemie und schwere Maschinen haben hier keinen Platz. Diese behutsame Pflege zeigt sich in der Vitalität der Reben und der Komplexität der Weine. 2020 stieß Michael Schwab hinzu, um bei der täglichen Arbeit zu unterstützen. Ähnlich konsequent arbeitet Boris Champy in den Hautes-Côtes de Beaune.

Drei Monopol-Lagen
Besonders hervorzuheben sind die drei Monopol-Lagen der Domaine, Weinberge, die ausschließlich diesem Weingut gehören. Der Pommard 1er Cru Clos Orgelot umfasst gut einen Hektar oberhalb der Épenots, ist schon 1831 bei Denis Morelot unter den angesehensten Lagen von Pommard verzeichnet und bringt würzige, fleischige Pinot Noir hervor. Der Clos du Moulin aux Moines selbst umfasst drei Hektar am Hangfuß hinter einer hohen Steinmauer; seine ältesten Pinot-Noir-Reben wurden 1952 und 1954 gepflanzt. Aus derselben Lage kommt ein Chardonnay von 2003 gepflanzten Reben, der stilistisch an den benachbarten Meursault erinnert. Das dritte Monopol ist der Clos de la Perrière, drei Hektar in Corpeau südlich von Puligny-Montrachet. Die Nähe zu den großen weißen Appellationen prägt diese Weine unverkennbar.
Klassische burgundische Vinifikation
Im Keller arbeitet man streng traditionell. Rote Trauben vergären in großen Holzbottichen oder Beton; die Weißen im kleinen Holzfass. Die Weißen gären und reifen in Pièces von 350 und 400 Litern im Keller aus dem 11. Jahrhundert, die Roten im unterirdischen Keller aus dem 15. Jahrhundert; die Fässer waren meist schon mit mehreren Weinen belegt, damit das Holz den Wein nicht prägt. Neue Eiche findet nur noch selten Verwendung – Willy möchte den klaren, floralen und fruchtigen Aromen eine Bühne bieten, nicht sie mit Röstaromen überlagern. Je nach Appellation und Jahrgang reifen die Weine 12 bis 18 Monate. Die Stellschrauben, an denen er dreht, sind nicht groß, aber sie hinterlassen deutliche Spuren in der Qualität. Vergleichbare Eleganz findet man bei Rémi Jobard in Meursault.
Ein Geheimtipp mit Potenzial
Trotz der historischen Bedeutung und der herausragenden Qualität bleibt Clos du Moulin aux Moines paradoxerweise ein Geheimtipp. Die Weine haben etwas Zeitloses: burgundische Eleganz ohne Pomp, Tiefe ohne Schwere. Wer hier kauft, bekommt Burgund, wie es sein sollte – ehrlich, handwerklich und voller Geschichte.















