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Silvaner 2023

Ein knochentrockener, schlanker Weißwein aus der thüringischen Einzellage Kaatschener Dachsberg an der Saale – spontan vergoren, unfiltriert und von kühler, mineralischer Spannung geprägt.

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Rebsorte
Silvaner
Jahrgang
2023
Alkohol
11,0 % Vol.
Restsüße
trocken
Servieren
8–10 °C
Inhalt
0,75 l · enthält Sulfite
Artikelnummer
9912026001

Im Glas

  1. Farbe

    Mittleres, klares Strohgelb.

  2. Aroma

    Gelber und roter Apfel, Birne und Birnenquitte, dazu weiße Blüten und eine feine Kräuternote, die entfernt an Chartreuse erinnert – frisch und lebendig, eher fein als voluminös.

  3. Geschmack

    Weißfleischige Frucht und Kräuter mit der sortentypischen, leichten Gelbwürze; runde, reife Säure, feine Phenolik für Struktur und ein langes, saftiges Finale.

  4. Charakter

    Schlank, kühl und eigenwillig – ein stiller, geradliniger Wein, der Frische, Salz und Mineralität über Frucht und Fülle stellt und das kühle Norden-Klima von Saale-Unstrut in straffe Eleganz übersetzt.

  5. Dazu

    Junger Ziegenkäse, Spargel oder eine Schale Misosuppe – alles, was selbst Zurückhaltung übt.

  6. Besonder­heiten

    Selektive Handlese auf Verwitterungsmuschelkalk, spontane Vergärung mit wilden Hefen, 20 Monate Vollhefelager im Edelstahl, unfiltriert und ungeschönt – mit nur 11,0 % Vol. ein Wein von asketischer Strenge und kühlem, steinigem Kern.

Verkostungsnotiz


Farbe & Aussehen
Mittleres, klares Strohgelb, das trotz des Verzichts auf Filtration bemerkenswert durchsichtig wirkt.
Nase
Ein Duftbild von selten geradliniger Klarheit: gelber und roter Apfel, Birne und Birnenquitte, dazu weiße Blüten. Eine Kräutertinktur, die entfernt an Chartreuse denkt, schwebt darüber – ohne deren Schwere, eher kühl und lebendig, feingliedrig statt voluminös.
Gaumen
Die weißfleischige Frucht trifft auf eine runde, reife Säure, die den Wein über die Zunge gleiten lässt. Eine feine Phenolik verleiht Struktur und einen leichten Zug, während die für Silvaner so typische Gelbwürzigkeit zusammen mit Kräutern die Mitte des Gaumens besetzt. Knochentrocken, schlank, mit elf Volumenprozent von fast asketischer Präsenz.
Abgang
Lang und saftig, getragen von der wachen Säure, die in dieser nördlichen Grenzlage niemals zur Neige geht.
Terroir & Herkunft
Die Reben wurzeln in der thüringischen Einzellage Kaatschener Dachsberg, hoch über der Saale, auf Verwitterungsmuschelkalk mit Anteilen von Lösslehm. Saale-Unstrut ist Deutschlands nördlichstes Qualitätsweinanbaugebiet, eine Region am klimatischen Limit mit kalten Wintern und langen, kühlen Herbsten. Das karge, steinige Terrain schenkt wenig und erzwingt dadurch jene mineralische Spannung, die diesen Wein auszeichnet.
Rebsorte & Vinifikation
Silvaner, eine an Saale und Unstrut seit langem beheimatete, vielerorts unterschätzte Sorte. Selektive Handlese, zwanzig Stunden Maischestandzeit mit Rappen, vierundzwanzig Stunden Pressung in der Korbkelter, dann zwanzig Monate Vollhefelager im Edelstahltank. Spontan vergoren, vor der Füllung einmal abgezogen, minimal geschwefelt, weder filtriert noch geschönt.
Speiseempfehlungen
Liebt alles, was selbst Zurückhaltung übt: gebratener Fisch, junger Ziegenkäse, Spargel, eine Schale Misosuppe.
Besonderheiten
Carl-Friedrich L. Walther, Mosel-geschult und bei Klaus Zimmerling in Dresden in die Lehre gegangen, arbeitet biozertifiziert und von Hand. Sein Credo nennt er »Slow-Winemaking, Low-Tech« – eine Haltung, die er auf einer Weintour durch Piemont und Südtirol fand und die seither jede Flasche seines kleinen Sortiments prägt. Dieser Silvaner ist ihr stilles, geradliniges Herzstück.

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