Abfüller: Jean-Michel Stephan, 1 ancienne route de Semons, 69420 Tupin-et-Semons / France
Im Glas
Farbe
Tiefes Rubinrot mit violetten Reflexen und einem transparenten, leuchtenden Kern
Aroma
Dunkle Beeren (Brombeere, Cassis), florale Noten von Veilchen, feine Pfefferwürze, dezente Olive und ein Hauch von Rauch und Leder
Geschmack
Mittelfulliger Körper mit seidigen Tanninen, lebendiger Säure, Aromen von roten und dunklen Früchten, Gewürzen und einer mineralischen, steinigen Finesse im langen Abgang
Charakter
Elegant und komplex, mit der typischen nordrhôneschen Finesse – kraftvoll, aber nie schwer, mit ausgeprägter Terroir-Prägung der steilen Granitlagen von Tupin
Dazu
Geschmortes Lamm mit Kräutern der Provence, gegrilltes Rindsentrecôte, reifer Rohmilchkäse wie Comté
Besonderheiten
Die Serine ist der ursprüngliche, kleinstbeerige Syrah-Klon der Côte Rôtie und gilt als Urform der Rebsorte; Jean-Michel Stephan arbeitet nach biodynamischen Prinzipien und verzichtet auf Holzausbau zugunsten reinster Frucht- und Terroirexpression
Verkostungsnotiz
Charakter
Ein klassischer Côte Rôtie von handwerklicher Präzision: tiefgründig, ernsthaft und mit der unverwechselbaren Würde, die nur die steilsten Hänge des nördlichen Rhônetals hervorzubringen vermögen. Der Jahrgang 2020 – warm, sonnenverwöhnt, jedoch von guter Frische geprägt – verleiht dem Wein eine reife Substanz, die durch die charakteristische Eleganz der Serine-Rebe geformt und gezügelt wird.
Terroir & Herkunft
Die Côteaux de Tupin liegen im südlichen Teil der Côte Rôtie, jenem schmalen, fast unwirklich steilen Streifen am Ufer des Rhône, wo Granit und Glimmer den Reben alles abverlangen. Die Lage Tupin ist bekannt für ihre granitischen Verwitterungsböden, die dem Wein Mineralität und eine feine, sehnige Struktur mitgeben. Hier ist Weinbau keine Selbstverständlichkeit – er ist Überzeugung, körperliche Arbeit und tief verwurzeltes Bekenntnis zur Tradition des nördlichen Rhônetals.
Rebsorte & Vinifikation
Serine – die lokale Biotyp-Variante der Syrah – ist das Herzstück dieses Weins. Kleinbeeriger, dünnhäutiger und von Natur aus feinnerviger als modernere Syrah-Klone, erzeugt sie Weine von großer aromatischer Komplexität und lebendiger Säure. Maison Stephan, unter der Leitung von Jean-Michel Stephan, steht für einen konsequent naturnahen Ansatz: minimale Eingriffe im Keller, Spontangärung und ein Ausbau, der das Terroir sprechen lässt, ohne es zu überformen. Das Ergebnis ist ein Wein von authentischer Herkunft und handwerklicher Integrität.
Speiseempfehlungen
Die dunkle Frucht und die würzige Tiefe dieses Côte Rôtie verlangen nach Gerichten mit Charakter: gebratenes Lammkarree mit Kräuterkruste, geschmorte Wildschweinkeule oder ein klassisches Bœuf en daube aus der provenzalischen Küche. Auch zu gereiftem Comté oder einem kräftigen Roquefort entfaltet der Wein seine ganze Tiefe. Wer ihn jung öffnet, sollte ihn großzügig dekantieren.