Abfüller: Weingut Franz Keller, Badbergstr. 44, 79235 Vogtsburg-Oberbergen im Kaiserstuhl / Germany
Im Glas
Farbe
Helles Strohgelb mit silbrigen Reflexen.
Aroma
Reife Birne, gelber Apfel und Quitte, dazu feine Noten von Mandel, weißen Blüten und einem Hauch vulkanischer Würze.
Geschmack
Trocken und saftig mit cremigem Schmelz, dichtem Körper und lebendiger Säure; der Abgang zeigt eine subtile, vom Löss und Vulkangestein geprägte Mineralität.
Charakter
Burgundisch inspiriert: vollmundig, aber präzise, mit badischer Wärme und eleganter Finesse – ein ausgewogener Alltags- und Essenswein mit Anspruch.
Dazu
Passt zu gebratenem Zander, Pilzgerichten wie Pfifferlingsrahmschnitzel oder Risotto sowie zu hellem Geflügel.
Besonderheiten
Stammt von einem Traditionsweingut mit sechs VDP Großen Lagen am Kaiserstuhl, das nach dem schonenden Gravitationsprinzip arbeitet und schrittweise auf biologischen Anbau umstellt – spürbar in der präzisen, lagenbetonten Stilistik.
Verkostungsnotiz
Charakter
Ein trockener Grauburgunder von nüchterner Präzision: Birne, Quitte und ein Hauch weißer Mandel, dazu eine feine, fast kreidige Mineralität, die an den warmen Untergrund des Kaiserstuhls erinnert. Mit 12,5% Vol. bleibt er schlank und geradlinig – ein Wein, der Klarheit vor Opulenz stellt und dennoch Substanz besitzt. Eher stilles Selbstbewusstsein als laute Aromatik.
Terroir & Herkunft
Der Kaiserstuhl in Baden ist ein erloschener Vulkan mitten in der Rheinebene – und genau diese Doppelnatur prägt den Wein: vulkanische Böden, überlagert von Löss, jener kalkreichen, tiefgründigen Sedimentschicht, die Grauburgundern Fülle und zugleich Spannung gibt. Das Weingut Franz Keller in Oberbergen, seit 1892 im Familienbesitz, versteht sich als „badisches Burgund“ und bewirtschaftet 35 Hektar rund um sechs VDP Große Lagen. Friedrich Keller, vierte Generation, stellt den Betrieb schrittweise auf biologischen Anbau mit biodynamischen Elementen um.
Rebsorte & Vinifikation
Pinot Gris fühlt sich am Kaiserstuhl seit Generationen heimisch; auf Löss reift die Sorte zu einem Wein zwischen burgundischer Stoffigkeit und badischer Wärme. Im Keller gilt der Leitsatz „so wenig wie möglich, so viel wie nötig“: Die terrassenförmig in den Hang gebaute Kellerei von 2013 arbeitet nach dem Gravitationsprinzip, das Lesegut wird schonend und ohne Pumpen bewegt. Das Ergebnis ist ein Ausbau, der der Lage den Vortritt lässt.
Speiseempfehlungen
Die gastronomische DNA des Hauses – das Restaurant Schwarzer Adler trägt seit über 55 Jahren ununterbrochen einen Michelin-Stern – zeigt sich am Tisch: Dieser Grauburgunder passt zu gebratenem Zander, Spargel mit Sauce Hollandaise, Badischer Schneckensuppe oder einem einfachen Hähnchenfrikassee. Auch zu Flammkuchen und mildem Bergkäse eine sichere Wahl.