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Georg Meissner

Wer Wein aus hundertjährigen Reben trinkt, schmeckt Geschichte. Dr. Georg Meissner, einer der profiliertesten Experten für biodynamischen Weinbau im deutschsprachigen Raum, hat im südwestlichen Roussillon zwei alte Weinberge vor der Rodung bewahrt. Seine Carignan-Stöcke stammen aus dem Jahr 1899, die Grenache-Reben sind kaum jünger. Was in Geisenheim als Theorie beginnt, wird hier, kurz vor der spanischen Grenze, zu flüssiger Realität.
Der Wissenschaftler und Berater lebt mit seiner Familie in Südtirol, wo er bei Alois Lageder den Gesamtbereich Landwirtschaft, Keller und Forschung verantwortet. Seinen Weinberg im Roussillon bewirtschaftet er gemeinsam mit Flo Busch – mit der gleichen Konsequenz, die er bei respekt-BIODYN lehrt.
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Der Professor im Weinberg
Dr. Georg Meissner unterrichtet an der Hochschule Geisenheim die nächste Winzergeneration in den Methoden Rudolf Steiners – mit viel praktischem Bezug. Sein Versuchsweinberg dort erlaubt den direkten Vergleich zwischen konventionellem, biologisch-organischem und biologisch-dynamischem Anbau. Die Erkenntnisse fließen nicht nur in seine Lehre, sondern auch in die Beratung namhafter Weingüter. Bei Alois Lageder in Südtirol verantwortet er den gesamten landwirtschaftlichen Bereich, die Kellerwirtschaft und die Forschung. Die Winzergruppe respekt-BIODYN profitiert seit 2015 von seinem Aus- und Weiterbildungsprogramm.

Carignan von 1899
Sein Herzblut investiert Meissner in zwei kleine Weinberge im Südwesten des Roussillon, unweit der spanischen Grenze. Hier, wo auch Domaines wie Gauby und Matassa arbeiten, übernahm er Parzellen, die ohne sein Engagement gerodet worden wären. Die Carignan-Stöcke wurden 1899 gepflanzt – sie bilden das Fundament seines Vindemiatrix. Der Name, lateinisch für „Weinleserin“, verweist auf einen Stern im Sternbild Jungfrau. Die Lage auf einer Terrasse, geschützt durch Felsen, alte Steinmauern und angrenzenden Wald, bietet ideale Bedingungen. Der verwitterte Gneiss im Untergrund liefert Mineralität und Tiefe.
Serrat de la Plane: Wind und Kühle
Meissners zweiter Wein stammt von uralten Grenache-Reben auf der „steinigen Hochebene“ – so die katalanische Übersetzung von Serrat de la Plane. Anders als die geschützten Carignan-Terrassen ist diese Lage dem kühlen Wind permanent ausgesetzt. Was nach Nachteil klingt, erweist sich als Segen: Die Luftbewegung kühlt die Trauben im heißen Klima herunter und sorgt für jene Frische, die mediterrane Grenache selten zeigt.

Fernbeziehung mit Präzision
Georg Meissner lebt mit seiner Familie in Südtirol und ist regelmäßig im Roussillon. Die laufende Bewirtschaftung der Weinberge übernimmt Flo Busch, mit dem er auch den Keller teilt. Diese Zusammenarbeit funktioniert, weil beide die gleiche Sprache sprechen: die der Biodynamie, ohne Kompromisse. Die Weine – ausschließlich Vindemiatrix und Serrat de la Plane – entstehen in winzigen Mengen. Sie erzählen von Geduld, von Reben, die ein Jahrhundert überdauert haben, und von einem Wissenschaftler, der Theorie und Praxis vereint.














