Abfüller: Domaine Hubert Lignier, 13, Route Nationale 74, 21220 Morey Saint Denis / France
Im Glas
Farbe
Dichtes, dunkles Rubinrot mit kühlem Glanz und granatroten Reflexen am Glasrand.
Aroma
Intensiv und tiefgründig: dunkle Kirschen, schwarze Beeren und Veilchen, dazu feine Noten von Unterholz, Gewürzen und einem Hauch kühler Mineralik.
Geschmack
Konzentriert und seidig, mit feinkörnigem Tannin, lebendiger Säure und kühler, dunkler Frucht; der Nachhall ist lang, klar und straff.
Charakter
Ein Grand Cru von kühler Klarheit und geradlinigem Bau – ernsthaft, fein gezeichnet und mit großem Reifepotenzial ausgestattet.
Dazu
Taubenbrust auf der Haut gebraten, Hirschrücken mit Wacholderjus oder reifer Époisses-Käse.
Besonderheiten
Cuvée aus den 1955 von Henri Lignier gepflanzten Stöcken, deren Millerandage winzige, hochkonzentrierte Beeren trägt; biologisch zertifiziert, im Schwerkraftkeller ohne Pumpen vinifiziert und mit zurückhaltendem neuem Holz ausgebaut – nur etwa zwei Fässer pro Jahrgang.
Verkostungsnotiz
Charakter
Kühle Klarheit, feinkörnige Struktur, langer Nachhall: Dieser Clos de la Roche ist ein durchgezeichneter Pinot Noir von enormer Konzentration, aber ohne Schwere. Dunkle Beerenfrucht, florale Anklänge und eine seidenfeine Textur tragen einen Wein, der auf Länge gebaut ist – und auf Geduld. Kaum zwei Fässer pro Jahr: eine der gesuchtesten Flaschen der gesamten Côte de Nuits.
Terroir & Herkunft
Die Cuvée MCMLV – römisch für 1955 – stammt aus siebenundzwanzig Rebzeilen, die Henri Lignier 1955 im Klima Monts Luisants am oberen Rand des Grand Cru Clos de la Roche pflanzte. Diese alten Stöcke sind der genetische Ursprung des Weinguts; aus ihrem Holz vermehrte die Familie Stock für Stock ihre übrigen Parzellen. Die Reben neigen zur Millerandage – winzige, oft kernlose Beeren von außergewöhnlicher Dichte. Morey-Saint-Denis, im Herzen der Côte de Nuits: Hier wurzelt die Familie Lignier seit den 1880er-Jahren.
Rebsorte & Vinifikation
Pinot Noir in seiner anspruchsvollsten burgundischen Ausprägung. Laurent Lignier – fünfte Generation – arbeitet seit 2019 bio-zertifiziert; der Keller kommt allein mit Schwerkraft aus, ohne Pumpen. Lange, kühle Mazeration vor der Gärung, ein wachsender Anteil ganzer Trauben, zurückgenommenes neues Holz aus vier Küfereien – so bleibt der Wein unverstellt: kühl, fein gebaut, klar. Seit 2017 wird diese historische Parzelle getrennt abgefüllt, als Hommage an den Großvater.
Speiseempfehlungen
Ein Wein für die große Tafel: Taube mit Rotweinjus, reh mit Preiselbeeren oder gebratene Entenbrust stehen ihm gut zu Gesicht. Auch zu Trüffelgerichten, Steinpilzen oder gereiftem Époisses zeigt er seine ganze Tiefe. Wer ihn jung öffnet, karaffe ihn großzügig – oder lege ihn fünf bis zehn Jahre in den Keller.