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Clau de Nell

Drei Jahre lang lag das Weingut brach – keine Ernte, keine Weine, nur verwilderte Reben. Dann kam Anne-Claude Leflaive. Die „Grande Dame des Chardonnay“ aus dem Burgund erkannte das Potenzial von Clau de Nell sofort: hundertjährige Rebstöcke auf Tuffstein, mitten in Anjou.
2008 erwarb sie das Anwesen mit ihrem Mann Christian Jacques. Heute, nach Anne-Claudes Tod 2015, führen Christian und Kellermeister Sylvain Potin das Erbe weiter – mit derselben Präzision, die schon Domaine Leflaive zur Legende machte.
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Das Vermächtnis einer Legende
„Wir haben Clau de Nell nicht gewählt – Clau de Nell hat uns gewählt.“ So beschreibt Christian Jacques die Begegnung mit dem vergessenen Weingut. Als Anne-Claude Leflaive 2006 auf ihrer Suche nach biodynamischen Projekten durch die Loire reiste, fand sie in Ambillou-Château ein Juwel: 10 Hektar alte Reben, seit 2000 biodynamisch bewirtschaftet, aber drei Jahre ohne Weinproduktion.
Die Pionierin der Biodynamie erkannte das Potenzial. 2008 übernahm sie das Anwesen, benannt nach den früheren Besitzern Claude und Nelly Pichard. Mit Cabernet Franc 2021 von sechzigjährigen Reben und Chenin Blanc begann die Renaissance.

Präzision als Philosophie
„For us, it’s about always trying to be more precise“, sagt Kellermeister Sylvain Potin. Der ehemalige Sommelier kam 2009 nach Clau de Nell und brachte sein Gespür für Eleganz und Balance mit. Seine Weine sind keine Kraftpakete, sondern filigrane Interpretationen des Terroirs.
Die Böden aus Sandsteinkies und rotem Feuerstein über Tuffeau prägen jeden Wein. Der Chenin Blanc zeigt straffe Mineralität, der Cabernet Franc dunkle Frucht mit seidigen Tanninen. Die Cuvée „Violette“ vereint beide Cabernet-Sorten zu einem Wein von bemerkenswerter Tiefe.

Alte Reben, niedriger Ertrag
Das durchschnittliche Rebalter bei Clau de Nell liegt bei 60 Jahren – manche Parzellen sind über ein Jahrhundert alt. Diese Veteranen liefern konzentrierte Trauben, aber wenig davon: Die Erträge bleiben unter 30 Hektoliter pro Hektar.
Fünf Hektar Cabernet Franc bilden das Herzstück, ergänzt durch 4,5 Hektar Chenin Blanc, zwei Hektar Grolleau und einen Hektar Cabernet Sauvignon. Seit 2021 produziert das Weingut auch einen Blanc de Noir – die fünfte Cuvée im Portfolio. Wie bei Liv Vincendeau im benachbarten Anjou steht auch hier die Rebsorte im Fokus: sortenrein, unverfälscht, präzise.
Biodynamie seit der Jahrtausendwende
Clau de Nell war schon biodynamisch, bevor Anne-Claude Leflaive kam. Die Umstellung erfolgte bereits im Jahr 2000 – ein Pionierbetrieb in Anjou. Diese Philosophie setzt das Team konsequent fort: zertifiziert biodynamisch, mit Respekt für die natürlichen Rhythmen des Weinbergs.
90 Meter über dem Meeresspiegel, 120 Kilometer vom Atlantik entfernt, profitieren die Reben von kühlen Nächten und warmen Tagen. Das Ergebnis sind Weine von vibrierender Frische, die mit jedem Jahr an Komplexität gewinnen.















