Verkostungsnotiz
- Farbe & Aussehen
- Tiefes Rubinrot mit fast schwarzem Kern und purpurnen Reflexen — ein Wein, der schon im Glas Dichte verspricht.
- Nase
- Dunkle, satte Frucht: Zwetschgen, Amarena-Kirsche, schwarze Maulbeeren, dazu Cassis und Blaubeere. Dahinter ein würziges Gerüst aus bitterer Schokolade, hellem Tabak, Piment d’Espelette und getrockneten Kräutern. Konzentriert, aber nicht schwerfällig.
- Gaumen
- Extraktreich und dicht, die dunkle Frucht gibt den Ton an. Das Tannin ist feinkörnig und engmaschig — jugendlich ungestüm, doch bereits poliert. Süßholz, Bitterschokolade und eine Spur Espresso-Crema liefern den herben Kontrapunkt.
- Abgang
- Fruchtvoll und feinherb, mit nachhallender Würze und einer Struktur, die deutlich macht: Hier steckt noch Entwicklungspotenzial.
- Terroir & Herkunft
- Die Trauben stammen aus den besten Südostlagen oberhalb des Kalterer Sees, auf 250 bis 280 Metern. Sandige Lehmböden, durchzogen von Kalkschotter und Gletschergestein — ein Untergrund, der Kraft und Kühle zugleich ermöglicht. Michael Graf Goëss-Enzenberg hat Manincor seit 1991 von einem Mischbetrieb zu einer der führenden Adressen Südtirols geformt; seit 2005 wird biodynamisch gearbeitet.
- Rebsorte & Vinifikation
- Eine eigenwillige Cuvée: je 35 % Cabernet Franc und Merlot, ergänzt um Syrah, Tempranillo, Petit Verdot und Cabernet Sauvignon. Spontangärung im Holzbottich, 18 Monate Barrique, davon die Hälfte neu. Erst kurz vor der Füllung assembliert.
- Speiseempfehlungen
- Ein Wein für geschmorte Lammkeule, Entenbrust mit Pfefferjus oder Pilzrisotto mit Parmesan. Auch zu hartem Bergkäse eine starke Wahl.
- Besonderheiten
- Der Cassiano ist Manincors Antwort auf Bordeaux — aber keine Kopie. Die alpine Frische Südtirols trifft auf die Reife des Südens. Er wird nur in besonderen Jahren abgefüllt und zeigt, wohin konsequente biodynamische Arbeit führen kann.



