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Claude Riffault

Stéphane Riffault - Domaine Claude Riffault

Es gibt sie noch, diese bemerkenswerten Entdeckungen in einer Weingegend, von der man denkt, sie sei längst durch und durch bekannt. Bei der Domaine Claude Riffault hat sich der Stil und die Qualität in den letzten Jahren bemerkenswert verändert. Verantwortlich dafür sind Stéphane und Bénédicte Riffault.

Seine Weine haben eine ganz eigene Stilistik. Sie sind einerseits fruchtig, andererseits in ihrer Struktur glasklar und pur. Sie sind weder überdeckt mit Reduktionsnoten, wie man das gerne aktuell auch an der Loire findet, noch sind sie von Holz geprägt – obwohl Stéphane die Lagen- und Parzellenweine alle im Holz ausbaut. Mehrjährige Tonneaux bieten hier die Basis für die gewünschte Textur.




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Fleischig, sinnlich, mineralisch

Die Güte der Frucht ist wirklich bemerkenswert und erinnert vor allem an die Frucht von alten Obstgärten mit historischen Apfel- und Birnensorten. Das Grasige, das Pyrazin und die Stachelbeer-Aromatik schätzt Stéphane nicht sonderlich. Seine Weine wirken eher fleischig, fast opulent und sinnlich, sind aber trotzdem mineralisch, sehr klar und dabei sehr offen. Was man neben der präzisen und dabei reifen Säure spürt, ist die Würze der Sancerres, die das Gestein der Lagen ebenso abbildet wie Kräuter und herbe Zitrusnoten. Man kann die Weine alle schon jung mit großem Genuss trinken, darf aber gerade bei den Monoparcelles gespannt sein, wie sie sich mit der Zeit entwickeln werden.

Das Weingutsgebäude der Domaine Claude Riffault in Sury-en-Vaux

Vier Generationen in Sury-en-Vaux

Stéphanes Urgroßvater gründete das Gut einst als Mischbetrieb in dem winzigen Weiler Sury-en-Vaux, den niemand kennen würde, wäre er nicht auch der Sitz des Winzers Vincent Gaudry. Großvater Henri stellte dann komplett auf Weinbau um, Stéphanes Vater Claude stieg in den 1980er Jahren mit ein. Stéphane selbst hat in Beaune studiert und dann bei Olivier Leflaive gelernt, während sein Bruder zur Domaine Etienne Sauzet ging, sich dort in Emilie verliebte und blieb – heute leitet er die bekannte Domaine.

Die Verbindungen ins Burgund sind also eng, zumal auch Stéphanes Frau Bénédicte von dort stammt. Nach seiner Zeit im Burgund ging der Winzer erst noch einmal nach Bordeaux, wo er einige Jahre auf Château Angélus blieb, um 2001 nach Hause zurückzukehren. Als sein Vater Claude in den Ruhestand ging, konnte Stéphane die Regie übernehmen. Dazu gehörte die Umstellung auf biologische Bewirtschaftung, die 2016 mit einer ECOCERT-Zertifizierung abgeschlossen wurde. Seit 2017 ist die Domaine auch BIODYVIN-zertifiziert.

Stéphane und Bénédicte Riffault im Weinberg

Alle drei Terroirs des Sancerre

Die Domaine umfasst heute 15,5 Hektar Rebfläche mit 12,5 Hektar Sauvignon Blanc und drei Hektar Pinot Noir. Es finden sich alle Varianten der drei wichtigsten Bodentypen: Terres blanches, Caillottes und Silex.

Der Les Boucauds umfasst nahezu die Hälfte des Besitzes und ist geprägt von den Terres blanches, einem verwitterten Saint-Doulchard-Mergel mit hohen Mengen an Exogyra-Virgula-Austern. Auf diesen Böden entstehen fruchtige, schnell zugängliche Weine. Der Les Chasseignes stammt von den Caillottes-Böden – geprägt von Calcaire à Astéries aus fossilen Seesternen sowie dem Calcaire de Tonnerre, einem porösen Kalk. Beide Kalkarten verbinden sich hier und ergeben robuste und körperreiche Weine.

Monoparcelles – Präzision als Prinzip

Stéphane hat einige Cuvées, die sein Vater noch initiiert hatte, auslaufen lassen, um mit den Monoparcelles noch präziser auf das sich so häufig ändernde Terroir eingehen zu können. Der Les Denisottes stammt von Reben unweit des Weinguts auf Kimmeridge-Kalk mit hellem Kalklehm. Der Les Chailloux ist vom seltenen Silex geprägt, wie man ihn auch in Pouilly-Fumé findet.

Zwei Lagenweine hat Stéphane zugunsten von Monoparcelle 469 und Monoparcelle 538 aufgegeben. Diese Parzellen bilden jeweils den Kern der früheren Lagenweine und bilden das Terroir präziser ab. Und genau darum geht es Stéphane Riffault: um Präzision.

Wer das Thema Sancerre vertiefen möchte, findet bei der Domaine Vacheron ein weiteres biodynamisches Spitzenweingut aus der Region.

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