Verkostungsnotiz
- Charakter
- Ein Lagrein von geradezu subversiver Eleganz. Wo Südtirol oft reife Fülle und wärmende Konzentration liefert, setzt Martin Gojer auf Spannung und Trinkfluss. Der Laurenc zeigt seidige Tannine statt Muskeln, dazu den Duft von Veilchen und nassem Schiefer. Mit moderaten 12,5 % Vol. ein Rotwein, der beweist, dass Kraft nicht laut sein muss.
- Terroir & Herkunft
- Die Reben wachsen in Steillagen oberhalb von Bozen, am Kohlerer Berg und auf dem Ritten. Ungewöhnlich für die Region: Die Weinberge sind nach Nordwesten ausgerichtet, beschattet von Wald, durchzogen von kühlen Fallwinden. Porphyr, Basalt und Granit prägen die vulkanischen Böden. Das Ergebnis sind Weine mit Säurenerv statt Marmeladenfrucht – eine bewusste Außenseiterposition, die der kühlen Exposition alles verdankt.
- Rebsorte & Vinifikation
- Lagrein, die autochthone Rotweinsorte Südtirols, wird hier in ihrer feinsten Form interpretiert. Seit 2009 arbeitet das Weingut biodynamisch auf knapp vier Hektar – Ouessant-Zwergschafe grasen zwischen den traditionellen Pergola-Reben, Hühner und Bienen beleben das Ökosystem. Im Keller gärt alles spontan mit wilden Hefen, der Ausbau erfolgt in Beton und gebrauchten Holzfässern aus Eiche oder Kastanie. Keine Schönung, keine Filtration, nur minimale Schwefelung vor der Füllung. Die Weine reifen oft zwei bis drei Jahre auf der Vollhefe.
- Speiseempfehlungen
- Die kühle Frische und die feingliedrige Tanninstruktur machen den Laurenc zum vielseitigen Tischwein. Er passt zu gebratener Entenbrust mit Kräuterjus, zu Wildschweinragout mit Polenta oder zu Tagliatelle mit Pilzen. Auch zu gereiftem Bergkäse oder einer einfachen Brettljausn mit Speck und eingelegtem Gemüse zeigt er seine Stärke: Er unterstützt, ohne zu überdecken.


