Abfüller: Weingut Franz Keller, Badbergstr. 44, 79235 Vogtsburg-Oberbergen im Kaiserstuhl / Germany
Im Glas
Farbe
Leuchtendes Strohgelb mit hellen, zart goldenen Reflexen, klar und strahlend.
Aroma
Reiches Kernobst wie gelbe und rote Äpfel in vielseitigen Facetten von frisch bis gebacken, saftige Birne und kandierte Quitte, kontrastiert durch frischen Bergamottenabrieb sowie feine Hefenoten von Buttergebäck, Mandeln und dezentem Rauch.
Geschmack
Überraschend schlank, rassig und geradlinig mit kühler, straffer Apfel- und Zitrusfrucht, einer lebendigen, spitz zulaufenden Säure sowie einer kargen, präzisen Textur und feinen Röstaromen im Ausklang.
Charakter
Ein finessenreicher, fast asketischer Grauburgunder, der durch den spannungsreichen Kontrast zwischen einladend-warmer Nase und straffer, kühler Struktur am Gaumen fasziniert.
Dazu
Hervorragend zu feinen Pasteten, klassischer französischer Quiche oder hellem Geflügel in cremigen Saucen.
Besonderheiten
Dieser Wein bricht mit dem typisch schweren, breiten Grauburgunder-Klischee und setzt stattdessen ganz auf die kühle, vom Kaiserstuhler Vulkanboden geprägte Eleganz und eine bemerkenswert straffe Frische.
Verkostungsnotiz
Farbe & Aussehen
Ein leuchtendes Strohgelb mit hellen, leicht güldenen Reflexen, klar und strahlend im Glas.
Nase
In der Nase zeigt sich ein vielschichtiges Kernobstspektrum von gelben und roten Äpfeln – von frisch geschnitten bis hin zur warmen Tarte Tatin –, flankiert von saftiger Birne und kandierter Quitte. Ein herb-frischer Bergamottenabrieb setzt einen belebenden Kontrapunkt. Dahinter stehen feine Hefenoten wie Hefezopf, Buttergebäck und geröstete Mandeln, die subtil mit rauchigen, steinigen Nuancen verschmelzen.
Gaumen
Am Gaumen überraschend schlank, rassig und von einer straffen, kühlen Säure getragen. Die Frucht zeigt sich hier deutlich karger und zitrischer als in der Nase, dominiert von knackigen Äpfeln. Der Wein besitzt kaum Schmelz, sondern fokussiert sich auf eine geradlinige, fast asketische Textur. Retronasal zeigen sich erneut die feinen Noten von Mürbeteig und Röstaromen, gepaart mit kalkigen und rauchigen Tönen.
Abgang
Der Wein verabschiedet sich im Finale befreiend, öffnend und wunderbar hell, wobei die rauchig-steinige Struktur noch lange nachklingt.
Terroir & Herkunft
Dieser Grauburgunder stammt aus der VDP Ersten Lage Oberbergener Bassgeige am Kaiserstuhl in Baden. Die dortigen, markanten Vulkanböden prägen den Wein und schenken ihm seine feine, steinige Textur und die kühle Eleganz, die im spannenden Kontrast zur badischen Wärme steht.
Rebsorte & Vinifikation
Sortenreiner Pinot Gris (Grauburgunder), trocken ausgebaut mit einem moderaten Alkoholgehalt von 12,5 % Vol. Die Philosophie von Friedrich Keller setzt auf burgundische Eleganz und einen schonenden Weinausbau, der durch das innovative, terrassenförmige Gravitationsprinzip der Kellerei ermöglicht wird.
Speiseempfehlungen
Ein hervorragender Partner zu anspruchsvollen Gerichten der klassisch französischen oder badischen Küche. Er passt exzellent zu gebratenem Steinbutt mit Beurre Blanc, feiner Kalbspastete oder einer klassischen Quiche Lorraine.
Besonderheiten
Das Besondere ist die stilistische Abkehr vom breit-schmelzigen Grauburgunder-Klischee. Franz Keller zeigt hier eine spannungsgeladene, fast puristische Interpretation der Rebsorte, die die vulkanische Herkunft mit vibrierender Frische und feiner Rauchigkeit statt barocker Fülle übersetzt.