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Liv Vincendeau

Wer die Etiketten sieht, schmunzelt: „ZeitLos“ heißt ihr Prestige-Crémant – ein Wortspiel, das die ganze Philosophie offenbart. Liv Vincendeau von der Domäne Vincendeau lässt ihre Schaumweine dort reifen, wo die Zeit stillsteht: in den Tuffsteinkellern von Saumur, bei konstanten 11 Grad.
Die gebürtige Darmstädterin kam als Chemikerin nach Anjou und blieb als Winzerin. Seit 2014 bewirtschaftet sie vier Hektar auf der Corniche Angevine – einer unter Denkmalschutz stehenden Steilhang-Landschaft mit Blick auf die Loire. Ihre alten Chenin-Blanc-Reben wurzeln in grünem und violettem Schiefer, durchsetzt mit vulkanischem Gestein.
Mehr über Liv Vincendeau
Präzision trifft Terroir
Liv Vincendeau ist eine Perfektionistin. In Gummistiefeln steht sie zwischen ihren Rebzeilen, hält Flaschen gegen das Winterlicht und prüft die Trübung ihrer heranreifenden Crémants. Diese Detailversessenheit ist kein Zufall – die Winzerin studierte Chemie in York und Straßburg, bevor sie sich in die Weinwelt verliebte.
Ihr Bulles de Liv Gold vereint diese Präzision mit dem Charakter der Loire: Kräuter, Muschelschalen, Weißbrotkruste – die RVF vergab 91 von 100 Punkten für den 2021er Jahrgang.

48 Monate Geduld
Die Zahlen sprechen für sich: Während das Gesetz für Crémant de Loire nur neun Monate Hefelager vorschreibt, ruht der Zeitlos Réserve volle 48 Monate in den berühmten Tuffsteinkellern von Saumur. Das Ergebnis? Ein Crémant von atemberaubender Komplexität, den Terre des Vins mit dem begehrten Coup de Cœur auszeichnete.
Die Basis für alle Schaumweine bildet Chenin Blanc von Reben, die zwischen zehn und achtzig Jahre alt sind. Spontanvergärung, keine Dosage, Demeter-zertifiziert seit 2020 – puristische Crémants ohne Kompromisse.

Das Terroir der Steilhänge
Die Weinberge der Domäne Vincendeau liegen auf der Corniche Angevine, einem unter Denkmalschutz stehenden Steilhang oberhalb von Rochefort-sur-Loire. Der Blick schweift über die Loire bis zur Insel Béhuard. Unter den Füßen: grüner und violetter Schiefer, Spilit und Phtannit vulkanischen Ursprungs, durchsetzt mit Quarz.
Diese kargen, steinigen Böden limitieren die Erträge auf maximal 45 Hektoliter pro Hektar – ideal für konzentrierte, mineralische Grundweine. Ähnlich wie Claude Riffault im benachbarten Sancerre setzt Liv auf Authentizität statt Menge.
Von der Chemikerin zur Vigneronne
„Der Viticulteur produziert Trauben. Der Vigneron muss sie in Wein verwandeln – ein zweites Handwerk“, sagt Liv Vincendeau. Dieses zweite Handwerk beherrscht sie meisterhaft. Mit nur 16.000 Flaschen jährlich gehört die Domäne zu den kleinen, aber feinen Adressen der Loire.
Die meiste Arbeit erledigt die Winzerin selbst: Rebschnitt, Laubarbeit, Ernte, Vinifikation, Verkauf. Unterstützt wird sie von einer Handvoll treuer Saisonarbeiter und ihrer Familie. Ein Handwerksbetrieb im besten Sinne – authentisch, persönlich, ohne Kompromisse.



