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Clemens Busch

„Warum können wir nicht mit den Kräutern leben?“ Diese Frage stellte sich der junge Clemens Busch 1976 – und stoppte die Herbizide. In siebter Generation trägt er denselben Vornamen wie seine Vorfahren in Pünderich. Auf 20 Hektar Steillagen, davon 11 in der legendären Marienburg, entstehen Rieslinge von seismischer Mineralität. Drei Schieferfarben prägen das Terroir: rot, grau, blau – erkennbar an den farbigen Kapseln. Seit 1986 biodynamisch, 2023 mit dem Robert Parker Green Emblem ausgezeichnet. Die Weine stehen auf den Karten von fünf Drei-Sterne-Restaurants.
Mehr über Clemens Busch
Die Farben des Schiefers
Wer eine Flasche Clemens Busch öffnet, sollte auf die Kapsel achten. Rot, grau oder blau – die Farbe verrät den Boden, auf dem die Trauben wuchsen. Eine simple Idee, die das komplexe Terroir der Pündericher Marienburg lesbar macht. Die drei Schiefertypen bringen grundverschiedene Weine hervor: Der seltene rote Schiefer würzt die Rieslinge mit rauchiger Tiefe. Der graue Schiefer liefert straffe Eleganz. Der blaue Schiefer schenkt mineralische Frische. Im Riesling vom roten Schiefer schmeckt man diese vulkanische Herkunft besonders deutlich.

Acht Meter unter der Erde
Die ältesten Reben wurzeln bis zu acht Meter tief im Schieferfels. Diese Tiefe erreichen sie nur, weil der Boden seit 1976 ohne Herbizide bewirtschaftet wird. Clemens Busch war 19, als er die Chemie verbannte – damals belächelt, heute wegweisend. Seit 1986 arbeitet das Weingut biodynamisch zertifiziert, seit 2015 trägt es das Demeter-Siegel. Die wurzelechten Reben erschließen sich mineralische Schichten, die oberflächlich verwurzelte Stöcke nie erreichen. Ein natürlicher Puffer gegen Hitze und Trockenheit, der in Zeiten des Klimawandels unbezahlbar wird.
Spontan in alten Fudern
Im Keller regieren Geduld und Zurückhaltung. 80 Prozent der Weine vergären spontan in jahrhundertealten 1000-Liter-Fudern – manche stammen noch aus der Werkstatt von Ritas Vater. Keine Reinzuchthefen, keine Enzyme, keine Schönung. Manche Weine brauchen über ein Jahr für die Gärung. Die lange Reife auf der Feinhefe verleiht den Rieslingen zusätzliche Komplexität. Selbst bei edelsüßen Weinen bleibt der Schwefelzusatz minimal. Das Ergebnis: Der Riesling vom grauen Schiefer zeigt eine kristalline Präzision, die ihresgleichen sucht.

Von Pünderich bis in die Sterne-Küchen
Die Anerkennung kam spät, dafür umso deutlicher. 98 Parker-Punkte für den 2017er Marienburg Raffes. Das Robert Parker Green Emblem 2023 für herausragende Nachhaltigkeit. Plätze auf den Weinkarten von fünf Drei-Sterne-Restaurants. Der Wine Advocate urteilt: „Die Rieslinge von Busch gehören zu den besten, die heute im Moseltal erzeugt werden.“ Clemens arbeitet heute mit seiner Frau Rita und Sohn Johannes. Der jüngste Sohn Florian hat die biodynamische Philosophie ins Languedoc getragen – seine Domaine Flo Busch produziert dort Grenache und Mourvèdre nach denselben Prinzipien. Der Marienburg Kabinett zeigt exemplarisch, wie sich Tradition und Terroir zu zeitloser Eleganz verbinden.






















