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Bruno Clavelier

Wer das Weingut sucht, könnte es glatt übersehen: kein Schild, ein unscheinbares Gebäude an der Route Nationale am Ortsrand von Vosne-Romanée. Doch hinter dieser Bescheidenheit verbirgt sich einer der gefragtesten Winzer der Côte de Nuits. Domaine Bruno Clavelier bewirtschaftet 6,5 Hektar in den prestigeträchtigsten Lagen des Burgunds – darunter Premiers Crus aus Chambolle-Musigny, Gevrey-Chambertin und Nuits-Saint-Georges sowie den Grand Cru Corton Le Rognet. Der ehemalige Erstliga-Rugbyspieler, der einst für Dijon auf dem Spielfeld stand, überzeugt heute mit kristalliner Präzision statt körperlicher Kraft. Seine Weine sind biodynamisch zertifiziert (Demeter) und werden von Sammlern weltweit gesucht – gewachsen auf alten Reben aus den 1930er Jahren, vinifiziert ohne Schönung und Filtration.
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Gevrey-Chambertin 1er Cru „Les Corbeaux“ Vieilles Vignes AOC 2022
241,44 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
Gevrey-Chambertin 1er Cru „Les Corbeaux“ Vieilles Vignes AOC 2023
241,44 €Inkl. MwSt. wo zutreffend -
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Mehr über Bruno Clavelier
Vom Spielfeld in den Weinberg
Bruno Clavelier spielte Rugby für Dijon in der ersten französischen Liga, bevor er Ende der 1980er Jahre das Weingut seines Großvaters mütterlicherseits übernahm. Joseph Brosson hatte die Domaine nach den Verheerungen durch Reblaus und Weltkriege ab 1935 beharrlich wiederaufgebaut – Rebe für Rebe, Parzelle für Parzelle. Der erste Jahrgang unter Brunos eigenem Namen erschien 1992. Seitdem hat der zurückhaltende Winzer das Gut behutsam erweitert: neue Kellereianlagen, moderne Ausstattung wie pneumatische Pressen und Sortiertische, aber immer mit dem Ziel, die Handschrift des Vignerons unsichtbar zu machen. „Ich suche weder Farbe noch Tannin“, sagt er. Was er sucht: Transparenz, Finesse, das reine Terroir. Bruno ist wortkarg und bescheiden – er lässt seine Weine für sich sprechen.

Reben, die die Reblaus überlebten
Die meisten Rebstöcke der Domaine wurden in den 1930er und 1940er Jahren gepflanzt – unmittelbar nach der Reblaus-Katastrophe, als die burgundischen Weinberge Stück für Stück wiederhergestellt wurden. Die ältesten Reben sind heute über 80 Jahre alt. Sie wurzeln tief im kalkhaltigen Untergrund, liefern natürlich niedrige Erträge und tragen fast ausschließlich Pinot Noir Fin, den traditionellen burgundischen Klon, der für seine Finesse bekannt ist. Schon Großvater Brosson war seiner Zeit voraus: Er verzichtete konsequent auf synthetische Chemie und Kalidünger, lange bevor Bio-Anbau zum Trend wurde. Bruno führt diesen Weg fort – seit 1999 ist die Domaine bio-zertifiziert (Ecocert), seit 2005 arbeitet er vollständig biodynamisch nach Demeter-Richtlinien. Ähnlich konsequent gehen nur wenige Betriebe in der Côte de Nuits vor, etwa Trapet in Gevrey-Chambertin.
Purismus im Keller
Die Vergärung findet in offenen, konischen Eichenbottichen statt, mit bis zu 30 Prozent ganzen Trauben – ein Anteil, den Bruno je nach Jahrgang und Parzelle variiert. Indigene Hefen starten die Gärung, manuelles Untertauchen (Pigeage) ersetzt maschinelle Extraktion. Die Gärung dauert etwa drei Wochen, gefolgt von der natürlichen malolaktischen Gärung im Frühjahr. Danach ruhen die Weine 16 bis 18 Monate in Fässern aus Tronçais und Allier – nur ein Drittel davon neu, um das Holz nicht in den Vordergrund zu drängen. Die Crus werden weder geschönt noch filtriert, der Schwefel bleibt minimal, abgefüllt wird unter Schutzgas. Das Ergebnis: Weine von kristalliner Reinheit und einer fast durchscheinenden Klarheit, die das jeweilige Terroir wie durch ein Vergrößerungsglas zeigen.

Das Sortiment: Fünf Gemeinden, fünfzehn Climats
Bruno Claveliers Weinberge verteilen sich über Vosne-Romanée, Chambolle-Musigny, Gevrey-Chambertin, Nuits-Saint-Georges und Aloxe-Corton – ein bemerkenswertes Portfolio für ein Weingut dieser Größe. Jedes Climat wird separat vinifiziert, etwa 15 verschiedene Weine entstehen pro Jahrgang. Zu den Höhepunkten zählen der Vosne-Romanée 1er Cru Les Beaux Monts mit seiner samtigen Tiefe und Noten von dunklen Kirschen, Veilchen und feinem Rauch, der Chambolle-Musigny 1er Cru La Combe d'Orveaux mit seiner floralen Eleganz und seidigen Textur sowie der Corton Grand Cru Le Rognet – der einzige Grand Cru der Domaine, gewachsen auf eisenhaltigem Boden, der den Weinen eine besondere mineralische Würze und Langlebigkeit verleiht. Alle Weine tragen den Zusatz „Vieilles Vignes“ – ein Hinweis auf das kostbare Erbe, das Joseph Brosson vor fast einem Jahrhundert begründete.

