Verkostungsnotiz
Wenn ein Mosel-Sohn ins Languedoc zieht, darf man gespannt sein. Florian Busch – Sohn von Clemens Busch, einst angehender Raketeningenieur – hat in den Terrasses du Larzac seine vinische Heimat gefunden und bringt dort eine bemerkenswerte Idee zusammen: südfranzösische Kraft, gezügelt von nördlicher Frische. »Ich mag keine megafetten Alkoholbomben. Ich will Frische im Wein«, sagt er – und der Heureux qui comme … 2022 beweist, dass das keine Floskel ist. Schon der Name, nach Du Bellays berühmtem Vers, erzählt vom Glück des Angekommenseins: Florian und seine Partnerin Paola Ponsich benannten den Wein nach dem Gefühl, wenn sie von der Hügelkuppe auf Reben, Kräuterfelder und Wald schauen.
- Farbe & Aussehen
- Sattes, leicht gedecktes Purpurrot – dicht, aber nicht schwerfällig im Glas.
- Nase
- Ein duftiger Auftakt: Holunder, Malbeeren, Kirschen und Brombeeren, dazu Kräutertinktur, etwas Unterholz und Waldboden. Feine Anklänge von leicht geräuchertem Fleisch, Garrigue und Gestein verraten die Herkunft aus dem wilden Hérault.
- Gaumen
- Saftig und sinnlich, mit kühler Säure- und Tanninstruktur. Süßkirschen, ein Hauch Lakritze, reife Brombeeren und etwas Schlehe – teils warm, teils knackig in der Frucht. Ätherische Noten von Minze und Garrigue, markanter Gerbstoff-Grip, guter Zug. Trinkvergnügen mit Anspruch, unkompliziert im besten Sinne.
- Abgang
- Kräuterwürzig und kühl ausklingend, mit spürbarem Zug – ein Rotwein, der zum nächsten Schluck einlädt statt zu überwältigen.
- Terroir & Herkunft
- Aus einem weitgehend geschützten Tal auf rund 90 Metern in Jonquières, im Herzen der AOC Terrasses du Larzac. Der Boden ist ein geologisches Mosaik: gelber und blauer Kalkmergel, Sandstein, Flusskiesel – und erstaunlich viele Fossilien. Wilde Lorbeerwälder umgeben das Tal und formen ein eigenes Mikroklima.
- Rebsorte & Vinifikation
- Cuvée aus Carignan von rund 40 Jahre alten Reben – mit langer Reifezeit als letzte gelesene Parzelle – sowie Syrah und Grenache. Handlese, nur teilweise entrappt, Spontangärung, rund zwei Wochen Mazeration mit Unterstoßen des Tresterhuts. Über zehn Monate Ausbau in gebrauchten Barriques, danach ungeschönt und unfiltriert gefüllt.
- Speiseempfehlungen
- Ideal zu Lammkeule mit Thymian, Ratatouille, kräftig gewürzten Linsengerichten oder einem Ziegenkäse aus dem Süden. Auch zu Entenbrust ein verlässlicher Tischgenosse.
- Besonderheiten
- Die seltene Verbindung von Languedoc-Würze und Mosel-Kühle – und ein Demeter-zertifiziertes Weingut, auf dem Paolas Kräuterprojekt »Fleurs de Garrigue« die aromatische Wildnis der Umgebung gleich mit in die Flasche zu fließen scheint.


