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Christmann

Sophie und Steffen Christmann - Weingut A. Christmann Pfalz

Der Primaballerino unter den Rieslingen – so beschreibt Steffen Christmann sein Ideal: kraftvoll, aber elegant, mit perfekter Balance. Das Weingut A. Christmann in Gimmeldingen verkörpert diese Philosophie seit 1798. Vater und Tochter führen den Betrieb heute gemeinsam: Er mit 25 Jahren Erfahrung und als VDP-Präsident, sie mit frischen Ideen aus Geisenheim und internationalen Stationen. Seit über 20 Jahren arbeiten sie biodynamisch nach Demeter-Richtlinien – die Wurzeln reichen tiefer, die Weine zeigen mehr Spannung. Auf 17 Hektar entstehen ausschließlich Lagen-Weine aus Riesling und Pinot, darunter der legendäre IDIG aus Königsbach.




Mehr über Christmann

Der Anwalt, der Winzer wurde

Ein ungewöhnlicher Weg führte Steffen Christmann zum Wein: Nach dem Jurastudium arbeitete er als Rechtsanwalt für Agrar- und Weinrecht – während er parallel seine Winzerausbildung absolvierte. 1996 übernahm er das Familienweingut in siebter Generation, heute ist er nicht nur einer der renommiertesten Winzer Deutschlands, sondern seit 2007 auch Präsident des VDP. Seine Tochter Sophie, Absolventin der Hochschule Geisenheim mit Stationen in Bordeaux und Australien, stieg 2018 ein. Gemeinsam mit Großvater Fritz, der mit über 90 Jahren noch im Weinberg steht, repräsentieren drei Generationen das Weingut.

Sophie und Steffen Christmann bei der Traubenselektion

IDIG – Fast ein Monopol

Die Lage IDIG in Königsbach ist das Herzstück des Weinguts. Einst im Besitz von Kurfürsten, deren Weine bei Hofe serviert wurden, erwarben die Christmanns die vernachlässigten Parzellen in den 1990ern und restaurierten sie akribisch. Heute besitzen sie 95 Prozent der klassifizierten Fläche – faktisch ein Monopol. Der IDIG Riesling Grosses Gewächs zeigt eine charakteristische salzige Mineralität, die Steffen so beschreibt: „Der Boden spiegelt sich in dem salzigen Ton wider, der den Weinen Eleganz und seidenartige Textur verleiht.“ Neben IDIG zählen Meerspinne, Ölberg-Hart und Vogelsang zu den VDP.GROSSEN LAGEN des Hauses.

20 Jahre Biodynamie

Seit 2002 wirtschaftet das Weingut biologisch, seit 2014 Demeter-zertifiziert biodynamisch. Hornmist, Hornkiesel und Kompostpräparate ersetzen synthetische Chemie, alle Arbeiten folgen dem Mondkalender. „Die Wurzeln reichen tiefer und die Weinberge haben ihr Gleichgewicht erreicht“, fasst Steffen die Entwicklung zusammen. Als Mitglied von respekt-BIODYN und La Renaissance des Appellations gehört Christmann zur internationalen Spitze der biodynamischen Bewegung – ähnlich wie das benachbarte Weingut Ökonomierat Rebholz in der Pfalz.

Sophie und Steffen Christmann im Gespräch auf dem Weingut

Riesling und Pinot – sonst nichts

Nach einer Verkleinerung 2021 umfasst das Weingut nur noch 17 Hektar, alle klassifiziert als VDP.ERSTE oder VDP.GROSSE LAGE. 70 Prozent entfallen auf Riesling, der Rest auf Spätburgunder und etwas Weißburgunder. Die Böden aus Buntsandstein, Kalkstein und Terrassenkies prägen jeden Wein anders. Mit dem Sektgut Christmann & Kauffmann – gegründet mit Matthieu Kauffmann, dem ehemaligen Kellermeister von Bollinger – entsteht zudem Deutschlands erstes biodynamisches Premium-Sekthaus. Weniger ist mehr: Diese Philosophie zieht sich durch alles, was Sophie und Steffen tun.

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