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HM Lang

Das „HM“ in HM Lang steht für das Ehepaar Heideline und Markus. Nicht nur zwei Buchstaben, sondern auch lediglich zwei Rebsorten finden bei den Langs Verwendung in ihren Kremstaler Lagen: Grüner Veltliner und Riesling. Und auch bis dato lediglich zwei Lagen, in denen sie arbeiten. Steiner Schreck und Braunsdorfer. Mit 2,5 Hektar und der geringen Produktion gehört das demeter-zertifizierte Weingut eher in die Kategorie Boutique. Wobei das total am Thema vorbei wäre.

Markus Lang ist eigentlich in Wien Zuhause und hat einen ganz anderen Karriereweg eingeschlagen. In seiner Heimat an der Donau kann er nun seiner Leidenschaft zum Wein nachgehen und seinen Traum verwirklichen. Als Autodidakt geht er mit ganz eigenen eigenen Herangehensweisen an die Arbeit im Weinberg sowie die Vinifikation heran. Vorbehalte und falsche Traditionensfixiertheit finden keinen Platz. Seit Gründung arbeitet er in den steilen Weinbergen biologisch-dynamisch. Das demeter-Zertifikat folgte rasch.

Der Felsenkeller von HM Lang

Der Felsenkeller von HM Lang

Die Urgesteinsböden der steilen Donauterrassen gelten seit jeher als ideales Zuhause für die genannten Rebsorten – Riesling und Grüner Veltliner. Bis zu 80 Jahre alte Reben konnte er übernehmen und profitiert von den niedrigen, aber sensorisch herausragenden Erträgen dieser kargen Böden. Auch ein alter und tiefer Felsenkeller stand zum Verkauf. Tief unter der Erde konnte Lang so einen beeindruckenden und konstant kühlen Naturkeller beziehen, der dem Wein Zeit und Ruhe verschafft.

Im Donautal befindet sich auch das berühmte Weingut Nikolaihof, das seit Generationen mit einer alten Baumpresse arbeitet. Markus Lang hat – dieser Tradition folgend – eine Baumpresse errichten lassen. Mit 100 Tonnen ist dies wohl die kraftvollste Baumpresse der Welt. Über mehrere Tage werden seine Weine darauf unter freiem Himmel abgepresst, ehe sie dann durch Falldruck in den Felsenkeller laufen. Im großen Holzfass vom angesagten Küfer Stockinger reifen die Weine dann für zwei volle Jahre mit Hefekontakt. Ohne Filtration füllt er seine Weine auf die Flasche und lässt sie einige Monate auch dort noch ruhen, bevor sie in den Verkauf gehen. Völlig entgegen marktüblicher Trends und dem Schrei nach Jungweinen wird hier das „slow winemaking“ gelebt.

Sein Grüner Veltliner heißt „Dritter Akt“ und der Riesling „this is not a love song“. Das klingt nach Marketing, aber die Weine sind mit so viel Bedacht und Zeit hergestellt, dass man sich reinknien möchte. Die Weine sind präzise, äußerst eigenständig und strahlen eine innere Ruhe aus. Absolute Langstreckenläufer.

Text und Weinexpertise: Marian Henß.