Verkostungsnotiz
- Charakter
- Ein Champagner, der seinen Boden im Namen trägt: Meulière heißt Feuerstein, und genau so schmeckt dieser Extra Brut – straff, kühl, mit einer mineralischen Spannung, die an nassen Kies und Kreide denkt. Die Dosage fällt minimal aus, das Mundgefühl bleibt schlank und kantig im besten Sinn. Kein Champagner für Geladene, die Opulenz suchen – sondern einer für Menschen, die Herkunft schmecken wollen. Die Magnum schenkt ihm zudem Ruhe und besonders feine Perlage.
- Terroir & Herkunft
- Talus-Saint-Prix liegt am südlichen Rand der Côte des Blancs, über dem Flüsschen Petit Morin – eine Ecke der Champagne, in der nicht Chardonnay regiert, sondern Pinot Meunier. Der Boden ist voller Silex, jener Feuersteine, aus denen hier einst Mühlsteine gebrochen wurden. Cyril Jeaunaux und Clémence bewirtschaften ihre rund fünf Hektar Südhänge biodynamisch; die Reben sind im Schnitt vierzig Jahre alt. Der 1986 von Hand in den Kreidefels gegrabene Keller hält konstante zwölf Grad – dort reifen die Flaschen jahrelang auf der Hefe.
- Rebsorte & Vinifikation
- Die klassische Champagne-Assemblage aus Pinot Meunier, Chardonnay und Pinot Noir – hier mit deutlichem Meunier-Akzent, der Würze und Fruchtkern bringt, während der Chardonnay die kreidige Struktur liefert. Die Trauben werden von Hand gepresst, die Gärung startet spontan mit eigenen Hefen. Ausgebaut wird in Stahl, glasiertem Beton und gebrauchten Eichenfässern, mindestens zehn Jahre alt: Cyril Jeaunaux will kein Holz schmecken, sondern Terroir.
- Speiseempfehlungen
- Die straffe Säure und die feuersteinnase Art verlangen nach Salz und Meer: Austern, Seezunge oder Crudo vom Steinbutt sind ideale Gegenüber. Auch Comté in mittlerer Reife, Geflügelleber-Terrine oder ein einfaches Risotto mit grünem Spargel tragen die Mineralität weiter, statt sie zu überdecken. Als Magnum im Kreis von Gästen am besten gut gekühlt und nicht zu eisig serviert.





