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Aphros Wine

Vasco Croft, Gründer von Aphros Wine, im Amphoren-Keller

Ein buddhistischer Mönch, eine geteilte Flasche Wein, eine Begegnung mit Dionysos – so beschreibt Vasco Croft den Moment, der alles veränderte. Aphros Wine ist das Resultat: ein biodynamisches Projekt im Lima-Tal des Vinho Verde, wo der frühere Architekt seit 2003 auf dem Familienbesitz Casal do Paço Weine erschafft.

Croft gilt als Pionier der Biodynamik in Portugal. Seine Weine entstehen mit wilden Hefen in Granit-Lagares und einem Minimum an Schwefel.




Mehr über Aphros Wine

Vom Architekten zum Amphoren-Meister

Wer Vasco Croft trifft, begegnet keinem typischen Winzer. Der Lissabonner studierte Architektur, entdeckte Rudolf Steiners Anthroposophie, lehrte an Waldorfschulen und entwarf Möbel. In seinen Dreißigern konvertierte er zum Buddhismus. Erst die mystische Begegnung mit einem Mönch, bei der eine Flasche Wein geteilt wurde, führte ihn 2003 zum halb verlassenen Familiengut Casal do Paço – einem Anwesen im Lima-Tal, das seiner Familie seit dem 17. Jahrhundert gehört.

Was als spirituelle Suche begann, wurde zur Mission: Croft machte sich daran, Portugal in die Welt der Biodynamik zu führen. Heute bewirtschaftet er über 20 Hektar auf mehreren Quintas und gilt als einer der Wegbereiter einer Bewegung, die in Frankreich mit Winzern wie Huet längst etabliert ist.

Das historische Herrenhaus Casal do Paço aus dem 16. Jahrhundert

Ein Kosmos aus Wald, Wein und Wildtieren

Casal do Paço ist mehr als ein Weingut – es ist ein ökologisches Gesamtkunstwerk. Das Granithaus aus dem 16. Jahrhundert mit seiner kleinen Kapelle bildet den Mittelpunkt. Drumherum: sechs Hektar Rebland, Kastanienhaine, jahrhundertealte Eichen und Eukalyptuswälder. Wildschweine streifen durch das Unterholz, Füchse jagen in der Dämmerung, Adler kreisen über den Hügeln.

Zwischen den Rebzeilen grasen Bergpferde und Schafe, Bienen bestäuben die Wildblumen. Spezielle Wasserkaskaden beleben das Wasser nach biodynamischen Prinzipien. Die Reben werden ausschließlich mit Pflanzenextrakten behandelt – Chemie hat hier keinen Platz.

Zwei Keller, zwei Welten

2015 eröffnete Croft zwei Kellereien, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Der moderne Keller dient der klassischen Linie – Weine wie der Aphros Loureiro oder der Aphros Daphne entstehen hier mit kontrollierter Temperatur und Edelstahltanks.

Der mittelalterliche Keller in Padreiro hingegen arbeitet vollständig ohne Strom. Hier vergären die Phaunus-Weine aus Loureiro und Vinhão in tönernen Amphoren – nach Methoden, die Jahrtausende alt sind. Der Phaunus Loureiro Amphora verbringt Monate auf den Schalen, entwickelt Textur und Tiefe, wie sie in konventionellen Vinho Verdes undenkbar wären.

Weinberge von Aphros Wine umgeben von Wäldern im Vinho Verde

Weine zwischen Leichtigkeit und Tiefgang

Die Rebsorten sind ausnahmslos autochthon: Loureiro für die knackig-frischen Weißen mit Noten von Limette und Lorbeer. Vinhão für dunkle, saftige Rotweine mit kühler Würze – wie den kräftigen Aphros Vinhão. Dazu Arinto und Alvarelhão in kleinen Mengen.

Im Keller wird mit Füßen in jahrhundertealten Granit-Lagares getreten. Nur wilde Hefen. Keine Schönung. Keine Filtration. Maximal 25 Milligramm Schwefel pro Liter bei der Abfüllung. Selbst die Zeitpunkte von Lese, Abstich und Füllung richten sich nach dem astronomischen Kalender.

Das Ergebnis: Weine, die die unverfälschte Frische des Vinho Verde bewahren und zugleich eine Komplexität offenbaren, die man der Region nicht zutrauen würde.

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