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Valfaccenda

Eine Karte von 1749 verrät es: „Valle Faccenda“ steht dort, wo heute Luca und Carolina ihre Reben pflegen. Das Weingut Valfaccenda trägt den Familiennamen, der seit Jahrhunderten in diesen Hügeln verwurzelt ist. Er studierte Önologie und zitiert gern seinen Leitsatz: „Alles ist schon in der Traube.“ Sie entwirft als Grafikdesignerin die Etiketten – jedes ein kleines Kunstwerk. Gemeinsam bewirtschaften sie 3,5 Hektar auf sandigen Steilhängen, manche Parzellen mit Rebstöcken von 1947. Nur Arneis und Nebbiolo wachsen hier, die beiden Ursorten des Roero. Mit Alberto Oggero und Enrico Cauda gründeten sie das SoloRoero-Kollektiv – ein Statement gegen den übermächtigen Nachbarn Barolo. Ihre Weine duften nach wilden Kräutern und nassem Sand, schmecken nach Bergluft und Meeresgeschichte.
Mehr über Valfaccenda
Ein Tal trägt ihren Namen
„Valle Faccenda“ – so steht es auf einer historischen Karte von 1749. Jahrhunderte später kehrt Luca Faccenda an diesen Ort zurück und gründet 2010 zusammen mit Carolina Roggero das Weingut. Das Gutsgebäude, 1929 von Großvater Leone errichtet, steht heute unter Denkmalschutz und beherbergt neben dem Keller auch Gästezimmer. Luca studierte Önologie, Carolina arbeitet als Grafikdesignerin – eine Kombination, die sich in jedem Detail widerspiegelt: von den kunstvollen Etiketten bis zur präzisen Vinifikation.

Sandige Steillagen und alte Reben
Die 3,5 Hektar Rebfläche verteilen sich auf fünf Lagen zwischen 260 und 400 Metern Höhe: Valfaccenda und Madonna di Loreto in Canale, Le Rocche, San Grato und das legendäre Valmaggiore in Vezza – dort stehen Rebstöcke von 1947. Die steilen, sandigen Böden der Sabbie Astiane, uralter Meeresboden, prägen den Charakter der Weine. Der Roero rosso DOCG 2023 durchläuft drei Wochen Mazeration und zeigt die ganze Finesse des Nebbiolo. Der Roero bianco DOCG 2024 entsteht aus drei separaten Lesedurchgängen, wobei 30 Prozent mazeriert werden.
SoloRoero – Gemeinsam für die Region
Gemeinsam mit Alberto Oggero und Enrico Cauda gründete Luca das SoloRoero-Kollektiv, um der Region mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Während südlich des Tanaro im Barolo Produzenten wie Vietti längst Weltruhm genießen, kämpft das Roero noch um Anerkennung. Dabei unterscheiden sich die sandigen Hänge grundlegend von den Mergel-Böden der Langhe – und erzeugen Nebbiolo von bemerkenswerter Eleganz und früher Zugänglichkeit. Der Vindabeive rosso 2024 aus jungen Reben mit karbonischer Mazeration zeigt diese charmante Seite des Roero perfekt.

Zuhören und Abwarten
„Alles ist schon in der Traube, wir müssen es nur bewahren“ – Lucas Philosophie des minimalen Eingriffs prägt jeden Wein. Seit 2014 ist das Weingut bio-zertifiziert, doch sein Ansatz geht weiter: Er hört auf die Reben, wartet ab und greift nur ein, wenn nötig. Die Roero Arneis Riserva Loreto von 60 Jahre alten Reben reift in Akazienholz, der Roero Valmaggiore Riserva repräsentiert die Essenz der 77-jährigen Rebstöcke. In jedem Glas Valfaccenda steckt diese Synthese aus historischem Erbe und zeitgenössischer Handwerkskunst.










